Betrug mit vorgetäuschten Tatsachen

Immer wieder werden auch in der Region Personen Opfer eines Vorauszahlungs-Betruges. In den meisten Fällen erfinden die Täter kreative Geschichten und bauen eine emotionale Bindung auf. So gelingt es ihnen, zu teilweise hohen Geldsummen zu gelangen.

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Mit kreativen, emotionalen Geschichten gelangen Betrüger zu Geld. (Symbolbild: Nana do Carmo)

Mit kreativen, emotionalen Geschichten gelangen Betrüger zu Geld. (Symbolbild: Nana do Carmo)

REGION. Aus der unter dem Namen «Nigeria Connection» bekannt gewordenen Betrugsmasche eines Massenmails mit enormen Gewinnversprechen wurden mittlerweile Betrugsvarianten der unterschiedlichsten Art und Weise, wie die Landespolizei Liechtenstein mitteilt.

Die Täterschaft kontaktiert dabei über Briefe, E-Mails, Soziale Netzwerke oder telefonisch potenzielle Opfer. Es geht dabei meistens darum, dass der Täter aufgrund eines finanziellen Engpasses dringend Hilfe und Geld benötigt.

Durch kreative Geschichten und äusserst geschickte Kommunikations-Führung gelingt es den Tätern so immer wieder, ihre Opfer hinters Licht zu führen und ihnen, oftmals gar in mehreren Tranchen, Geld abzuluchsen.

Vom Lotteriegewinn bis zur Liebe

Altbekannte Art und Weisen dieses Betruges sind gefälschte Anwaltsschreiben, der Lotteriegewinn mit einem Gewinnversprechen oder weitere Schreiben, welche durch eine erfundene Geschichte Mitleid erwecken und Hilfe anfordern.

So auch die derzeit recht aktive Betrugsmasche der «grossen Liebe», auch Love Scam genannt. In einem Sozialen Netzwerk oder per E-Mail suchen die Betrüger ein Opfer, welches mit ihnen in Kontakt tritt. Relativ rasch werden Liebesbekundungen und Komplimente ausgetauscht, mit dem Ziel, an Geld zu kommen. Dabei spielen teils emotionale Gründe eine wichtige Rolle: Die Täter geben an, Geld für die Reise zu ihrer neuen Liebe zu benötigen, auf einer Geschäftsreise in Geldnot geraten zu sein oder erfinden gar eine lebensnotwendige Operation ihres Kindes oder eines weiteren Angehörigen.

Der Phantasie der Täter ist oftmals keine Grenze gesetzt. Dies zeigen mehrere Fälle aus den vergangenen Jahren, bei welchem sich die Täter angeblich auf Reisen befanden. Um Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen, sollte jeweils ein Paket mit Bargeld an ein durch ein Soziales Netzwerk kennengelerntes Opfer geschickt werden. Mehrfach gelang es den Tätern durch Schreiben einer angeblich offiziellen Organisation, dem Opfer Geld in der Höhe von mehreren tausend Franken abzunehmen.

Emotionale Verbindung entsteht

Wie im vorherigen Beispiel ersichtlich, gelingt es der Täterschaft oftmals über einen längeren Zeitraum, einen emotionalen Bezug zum Opfer herzustellen. Auch wenn sich Opfer und Täter nicht persönlich kennen, wächst durch den fast täglichen Kontakt eine gefühlte soziale Verpflichtung, dem eigentlich unbekannten Täter die verlangte dringende Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Es gelingt ihnen oftmals, dass nicht nur ein einmaliger Betrag durch die Opfer überwiesen wird. Denn nach dem ersten Geldfluss kann man sicher sein, dass die tragische Geschichte des Betrügers eine Fortsetzung hat und für ähnliche Probleme oder Folgeereignisse immer wieder Geld benötigt wird.

Gesunde Skepsis angebracht

Auch wenn die Geschichten der Betrüger teils glaubwürdig klingen und mit Fotos sowie angeblichen offiziellen Schreiben, meistens PDF-Dokumente, untermauert werden, ist eine gesunde Skepsis angebracht, sobald Geld verlangt wird.

Ein möglicher Hinweis auf solche Betrugsmaschen kann sein, dass die Betrüger die Bezahlung nicht über ein Bankkonto, sondern durch einen Geldtransfer über bankähnliche Institutionen verlangen. (wo)

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