Betrüger mit perfiden Tricks

Hans Peter Eugster von der Sicherheitsberatung der Kantonspolizei St. Gallen referierte beim Anlass von «Sevelen aktiv 60 Plus» zum Thema Sicherheit im Alltag.

Hanspeter Thurnherr
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Aufgepasst am Bancomaten. Hans Peter Eugster von der Sicherheitsberatung der Kantonspolizei erläutert, wie Betrüger vorgehen. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Aufgepasst am Bancomaten. Hans Peter Eugster von der Sicherheitsberatung der Kantonspolizei erläutert, wie Betrüger vorgehen. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

SEVELEN. Bei der Vorstellung des Inhaltsverzeichnisses seines Referats versprach Hans Peter Eugster, zum Schluss eine Million Franken zu verlosen – und hatte natürlich die Lacher auf seiner Seite. Doch wie perfid viele Betrüger vorgehen, konnte er anschliessend anhand von Beispielen nachweisen.

Haus soll bewohnt erscheinen

Obwohl bei der Kantonspolizei 630 Polizisten – und dazu die Sicherheitsberatung – sich für die Sicherheit der Bevölkerung einsetzen, machte Eugster den Zuhörern klar: «Auch Sie müssen zur Sicherheit beitragen.» Mit einem Bild eines vollen Briefkastens verwies er darauf: «Dies ist eine Einladung für potenzielle Einbrecher.» Er empfahl, Briefkästen durch Nachbarn leeren zu lassen und im Winter Hausplätze pfaden zu lassen. «Das Haus soll bewohnt erscheinen.» Dies könne weiter mit einer durch Zeitschaltuhren gesteuerten Beleuchtung erreicht werden.

Wenn Unbekannte an der Haustüre läuten, heisse es: Türe zu lassen. Still bleiben sei in solchen Fällen falsch. Eugster empfiehlt, höflich zu sagen, dass man jetzt niemanden empfangen möchte. Türspion und Sperrbügel verhindern, dass ungebetene Gäste eindringen können.

Lukrative Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit sei für Trickdiebe lukrativ, und das Gedränge erleichtere ihre Arbeit. «Sie sind meistens zu dritt oder zu viert und mit Kindern unterwegs, um so die möglichen Opfer ablenken zu können.» Dazu gehören auch Fragen und Bitten um Hilfe. Und man soll nie die Handtasche mit Portemonnaie im «Wägeli» lassen. Eugster empfahl, ein Portemonnaie mit Entreissschutz um den Hals zu tragen. Bei Bargeldbezug am Bancomaten soll man darauf achten, wer in der Nähe ist, und dass die PIN-Zahlen immer verdeckt eingegeben werden. Wichtig sei auch, das Einsatzgebiet der Bancomat-Karte auf Europa zu beschränken. Das Zauberwort heisse Geoblocking.

Zum Thema Enkeltrickbetrüger sagte Hans Peter Eugster: «Wir wissen, dass solche Betrüger grossflächig herumtelefonieren. Sie machen 600 bis 1000 Anrufe, bis sie eine Person erwischen.» Doch auf diese Weise erzielen sie in der Schweiz dennoch «Einnahmen» von 3 bis 4 Millionen Franken im Jahr. Eugsters Tip: Heute müsse man nichts mehr bar übergeben, vor allem keine grossen Beträge.

Der Trick mit der Ja-Antwort

Der neueste Trick am Telefon: Die Anrufer stellen unverfängliche Fragen und nehmen die Antworten auf. Wer irgendwann mit Ja antwortet, bekommt nachher Umstellungskosten für einen neuen Telefonanschluss. Als «Beweis» wird das Ja – natürlich am richtigen Ort zusammengeschnitten – vorgespielt. In solchen Fällen soll man höflich zurückschreiben und auf jeden Fall die Unterlagen verlangen.

Zahlreich waren anschliessend die Fragen aus dem Publikum: zur Computerkriminalität, zu überteuerten Schlüssel- und Fensterbruchservices, zum Verhalten bei Einbrechern im Haus und anderem mehr.