Bericht Chez Fritz – Fortsetzung der Irreführung

Jürg Dommer, Volksgarten­strasse 32, 9470 Buchs
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Die Information der Bauherrschaft über das Rechtsmittelverfahren ist so wenig redlich wie ihre immer gleiche bildliche Darstellung des Hochhauses: Im Bild scheint sich das Hochhaus in Luft aufzulösen. Tatsächlich würde ein überdimensionierter Klotz, der jeden Massstab sprengt, wie ein dunkler Schatten das Buchser Ortszentrum dominieren.

Der Grund für die Neuauflage des Projekts ist nicht die ­lange Dauer des Rechtsmittel­verfahrens, sondern schlicht und einfach der Umstand, dass der Gestaltungsplan schon im Verfahren vor dem Baudepartement gescheitert wäre. Und zwar nicht nur wegen der viel zu grossen Höhe des Gebäudes, sondern auch aus mehreren anderen Gründen, wie der ungelösten Erschliessung und der Parkierung. An diesen Fragen scheiterten schon die früheren Projekte, trotzdem fanden sie immer wieder die Bewilligung des Stadtrates. Es kann darum keine Rede davon sein, dass das Projekt vonseiten des Kantons «sehr gute Noten» erhalten hätte. Der Kantons­baumeister stand mit seiner Meinung im Abseits, das Projekt hielt der Überprüfung durch das Baudepartement nicht stand.

Eine ländliche Kleinstadt wie Buchs gewinnt mit dominanten Wohntürmen keine Grösse, sondern zerstört die bestehende, kleinräumige Struktur und verliert ihre ­Qualität. Hohe Gebäude ­brauchen einen grossen Aussenraum. Diese Räume sind in Buchs nicht vorhanden.

Baulich verträgt es ein etwas höheres Gebäude auf dem Areal «Chez Fritz», aber kein über­dimensioniertes Hochhaus. An den Stadtrat geht darum die Forderung, Mass zu halten. Er wird auch Verkehrsprobleme lösen müssen, die er mit dem strategisch schlechten Bahnhofprojekt (fehlende Parkplätze und fehlende Durchfahrt) geschaffen hat. Das Format des Stadtrates bemisst sich nicht an der Höhe des grössten Gebäudes im Ort, sondern an klugen Projekten.

Jürg Dommer, Volksgarten­strasse 32, 9470 Buchs