Bereit für den grossen Auftritt

Erfrischend und souverän zeigten die zwei jungen Sängerinnen Anna Gschwend (Sopran) und Isabel Pfefferkorn (Mezzosopran) am Freitag in der Kulturstüdtlimühle Buchs ihr beachtliches Können. Sie sangen zahlreiche Lieder zum Thema «Sehnsucht».

Ursula Wegstein
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Als Isabel Pfefferkorn und Anna Gschwend für das Foto (ohne Notenständer) nochmals mit ihrem Schlusslied begannen, kamen die Zuhörer wieder zurück, sie hätten wohl gerne noch mehr gehört. (Bild: Ursula Wegstein)

Als Isabel Pfefferkorn und Anna Gschwend für das Foto (ohne Notenständer) nochmals mit ihrem Schlusslied begannen, kamen die Zuhörer wieder zurück, sie hätten wohl gerne noch mehr gehört. (Bild: Ursula Wegstein)

BUCHS. Unter dem Motto «Sehnen, das nimmer vergeht», einer Liedzeile von Felix Mendelssohn Bartholdy, gaben Anna Gschwend (Sopran) und Isabel Pfefferkorn (Mezzosopran) in der Kulturstüdtlimühle Buchs zahlreiche Duette und Sololieder zum besten. Im Vordergrund stand die Sehnsucht nach Liebe, aber auch die Sehnsucht nach Frieden, nach einer besseren Welt, und nicht zuletzt wurde auch die «Sehnsucht», einen Ruderwettbewerb zu gewinnen, besungen.

Die junge Buchserin Anna Gschwend studierte Klassischen Gesang und Viola an der Zürcher Hochschule der Künste und schloss vor einem Jahr ihren Master of Arts in Musikpädagogik jeweils «mit Auszeichnung» ab. Aktuell ist sie in einem zeitgenössischen Opernprojekt in Zürich zu sehen. Danach steht eine weitere Haydn-Oper in Belgien sowie ein zweijähriges Studium an der Guildhall School of Music and Drama in London auf ihrem Programm.

Raumfüllendes Klangerlebnis

Den Anfang des abwechslungsreichen Konzertabends machten drei Duette von Henry Purcell, bei denen die eigene Sehnsucht der beiden Freundinnen nach dem Singen und ihre grosse Leidenschaft dabei unmittelbar spürbar waren. Die harmonisch austarierte Klangbalance ihrer Stimmen bot zusammen mit der beschwingten, aber dezenten Klavierbegleitung ihres ehemaligen Lehrers von der Zürcher Hochschule der Künste, Hans Adolfsen, ein raumfüllendes Klangerlebnis. Anschliessend zeigte Anna Gschwend sämtliche Facetten ihrer klaren und gleichzeitig kraftvollen Sopranstimme in drei Sololiedern von Henry Purcell. Durch ihre routinierte Bühnenpräsenz und die bewegliche Bandbreite ihrer Stimme sprangen Funken ihrer Begeisterung sofort auf das Publikum über.

Einen weiteren Höhepunkt bildete das selbstkomponierte Stück «Truth is above less land», das Hans Adolfsen seinen beiden ehemaligen Schülerinnen gewidmet hat. Verpackt in ein A-cappella-Stück gab er den vielversprechenden Sängerinnen unter anderem mit auf den Weg, dass «jeder seinen eigenen Weg gehen und man manche Dinge einfach auch geschehen lassen müsse».

Echte Opernatmosphäre

Erfrischend spritzig und sommerlich fröhlich interpretierten die beiden Sängerinnen ein buntes Potpourri Deutscher Romantik mit wunderschönen Duetten von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann.

Danach beendeten die jungen Sängerinnen ihr Konzert fulminant mit «La regata veneziana» von Rossini und zauberten aus dem Stegreif echte Opernatmosphäre in die Kulturstüdtlimühle: Schon das feine Plätschern des Klaviers liess die Wellen des Wassers, mal sanft, mal heftiger, erahnen. Durch die beeindruckende stimmliche Präzision und die Sanftheit ihrer Linien führten die beiden Sängerinnen den Ruderwettkampf gegen Wellen und Gegner anschaulich vor Augen und sangen sich damit direkt in die Herzen der Zuhörer.

Als Zugabe kam das begeisterte Publikum schliesslich noch in den Genuss des nach den Worten von Hans Adolfsen «schönsten Duetts» für Sopran und Mezzosopran «Pur ti miro, Pur ti godo» aus der Monteverdi-Oper «Die Krönung der Poppea». Weiter so!