Beistände mit viel Verantwortung

Der Mündel hatte früher einen Vormund. Heute sind es die privaten Beistände, die einen wertvollen Einsatz für schutzbedürftige Personen leisten. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) steht in der Aufsichtsfunktion und sorgt für die entsprechende Weiterbildung.

Reto Neurauter
Merken
Drucken
Teilen
Karin Niederhauser (Kesb), Tanja Schläfli von der SVA St.Gallen und Kesb-Präsident Patrik Terzer (von links) hatten wertvolle Informationen für die privaten Beiständinnen und Beistände. (Bild: Reto Neurauter)

Karin Niederhauser (Kesb), Tanja Schläfli von der SVA St.Gallen und Kesb-Präsident Patrik Terzer (von links) hatten wertvolle Informationen für die privaten Beiständinnen und Beistände. (Bild: Reto Neurauter)

BUCHS. So ging es am vergangenen Dienstagabend bei der Kesb Werdenberg um die Ergänzungsleistungen (EL), zu denen Tanja Schläfli von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) einiges ausführte. Und es ging um die Rechnungsführung und Schwerpunkte aus der Sicht der Revisionsstelle. Kesb-Präsident Patrik Terzer und die für die Betreuung der privaten Beistände Zuständige Karin Niederhauser gingen hier am sehr gut besuchten Abend auf das Wichtigste ein.

Klare Spielregeln wichtig

Terzer betonte einleitend, wie wichtig die Unterstützung durch die privaten Beistände geworden ist, «sie leisten einen grossen und wertvollen Einsatz für schutzbedürftige Personen und die Gesellschaft». Karin Niederhauser ist im Rahmen eines bis August 2016 befristeten Projekts Dreh- und Angelpunkt. Sie hilft bei allfälligen Fragen oder auftauchenden Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Führung der Beistandschaft. Die Kesb nehme, so Terzer, sozusagen die Aufsichtsfunktion wahr, also beaufsichtige die Beistandspersonen in ihrer Auftragserfüllung, und überwache auch die in der Regel alle zwei Jahre erforderliche Berichterstattung.

Auch EL-Vorgaben klar

Klar geregelt ist auch das, was man als Ergänzungsleistungen (EL) bezeichnet, erklärte Tanja Schläfli, zuständig als Gruppenleiterin für die EL. Zum Bezug derselben wird eine Bedürftigkeit vorausgesetzt, die subsidiär zur AHV/IV zur Existenzsicherung dient. «Es braucht dazu viele Voraussetzungen wie anerkannte Ausgaben und anrechenbare Einnahmen», so Schläfli, «was Ausgaben sind und was Einnahmen ist klar und unverrückbar definiert, ebenso was als anrechenbares und nicht anrechenbares Vermögen gilt.» Freibeträge seien ebenso klar definiert wie der jährliche Vermögensverzehr oder auch der Vermögensverzicht.

Was unter Krankheits- und Behinderungskosten falle, werde gesetzlich definiert. Ebenso die Vergütung der Krankheitskosten, der privaten Haushalthilfe, der Zahnarzt- oder Diätkosten. «Unsere Homepage www.svasg.ch gibt auf alles eine Antwort» so Schläfli, der es gelungen ist, auf verständliche Art in des vielfältige Gebiet der EL einzuführen.

Man übernimmt Verantwortung

Verschiedene Kursteilnehmende äusserten sich nach der Veranstaltung positiv zum Gehörten. Gerade wer neu ein solches Amt übernehme, übernehme auch eine grosse Verantwortung. Da ist es wichtig, dass man gut informiert ist. Gut sei auch, dass man sich untereinander austauschen kann, man ist so weniger ein Einzelkämpfer als früher. Und: War früher die Vormundschaftsbehörde oft befangen, ist heute durch das Gesetz alles klar geregelt, sagt ein weiterer Teilnehmer.

Einige Teilnehmer hätten sich zudem mehr bezüglich den Vorgaben der Werdenberger Kinder- und Erwachsenenschutz-Behörde gewünscht, und nicht dermassen ausführliche Informationen zur EL. Eine weitere Teilnehmerin erhofft sich, dass sie bezüglich Beistand behinderter Angehöriger von den Erfahrungen anderer profitieren kann (siehe Kasten rechts).