Bei rechtzeitiger Vorsorge wird der Wille respektiert

Drucken
Teilen
Christoph Ritter (links) und Patrik Terzer standen beim Anlass der CVP Buchs dem Publikum Red und Antwort. (Bild: PD)

Christoph Ritter (links) und Patrik Terzer standen beim Anlass der CVP Buchs dem Publikum Red und Antwort. (Bild: PD)

Buchs An einer von der CVP Buchs organisierten öffentlichen Informationsveranstaltung erläuterten Fachleute die beiden Selbstbestimmungsinstrumente Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung. Vor rund 100 Zuhörenden verbanden die Experten Theorie und Praxis.

«Das Leben kann unerwartete Wendungen nehmen», hielt Moderator Friedrich von Toggenburg, Präsident der CVP Buchs, gleich zu Beginn fest. Ein schwerer Verkehrsunfall, ein Hirnschlag, eine dauernde Bewusstlosigkeit oder eine schnell fortschreitende Demenz können von einem auf den anderen Moment oder zumindest innert kurzer Zeit zur Urteilsunfähigkeit führen. Fortan bestimmen andere Menschen über das eigene Schicksal. Wer frühzeitig Vorkehrungen trifft, stellt sicher, dass sein Wille weiter gilt, schreibt die CVP Buchs in einer Medienmitteilung.

Anordnung regelmässig überprüfen

Der Grabser Hausarzt Dr. med. Christoph Ritter und Patrik Terzer, Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Werdenberg, stellten in ihren Fachreferaten die beiden Selbstbestimmungsinstrumente Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung im Detail vor. Sie zeigten juristische Hürden auf und wiesen auf Stolpersteine hin, die sie in der Praxis erleben. Gerade bei der Patientenverfügung sei es zentral, das familiäre Umfeld frühzeitig miteinzubeziehen, meinte Christoph Ritter. Der Grabser Hausarzt führte weiter aus, einmal getroffene Anordnungen und Wünsche seien idealerweise periodisch zu überprüfen und wo nötig den neuen Lebensumständen anzupassen. Es sei wichtig, sich im Hinblick auf die Behandlung in medizinisch kritischen Situationen vertieft mit den eigenen Werten und Behandlungswünschen auseinanderzusetzen.

Patrik Terzer zeigte einleitend zu seinem Referat die Stufenfolge auf. Er machte verständlich, welchen Personenkreisen ein gesetzliches Vertretungsrecht zukommt und bei welchen Konstellationen eine behördliche Massnahme zur Diskussion steht. Mit dem Vorsorgeauftrag bleibe die Selbstbestimmung gewahrt, auch wenn die betroffene Person aufgrund von Einschränkungen keine eigenen Entscheidungen mehr treffen könne. Damit könne man gesetzlichen Regelungen und behördlichem Einschreiten zuvorkommen.

Die Krux mit der Urteilsfähigkeit

Nicht ganz unerwartet wurde in der abschliessenden Diskussionsrunde die Frage der Urteilsunfähigkeit – eine Grundvoraussetzung, damit die Vorsorgeinstrumente überhaupt zur Anwendung gelangen können – thematisiert. Zur Veranschaulichung der im Einzelfall nicht immer ganz so einfach zu klärenden Frage erläuterten die beiden Fachleute anhand von Beispielen den Begriff der Urteilsunfähigkeit. Auch wenn die rechtlichen Aspekte selbst im Anschluss an die Diskussion kompliziert erscheinen mögen: Die rege Teilnehmerzahl hat gezeigt, dass es ein gesellschaftliches Bedürfnis zu sein scheint, frühzeitig vorzusorgen. Das nötige Rüstzeug für die eigene Vorsorge und damit die Wahrung der Selbstbestimmung hat das Publikum jedenfalls erhalten. (pd)

Aktuelle Nachrichten