Begeisterung für die Olma entfachen

Rund eine Million Franken wird Liechtenstein als Ehrengastland der Olma im Jahr 2016 ausgeben. Die Finanzierung ist gesichert. Nun sollen die gesammelten Ideen für einen begeisternden Auftritt im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Günther Meier
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VADUZ. Nach der Absage Liechtensteins für einen Auftritt am Zürcher Sechseläuten, der mit finanziellen Erwägungen im Zeitalter der Staatshaushalt-Sanierung begründet wurde, geriet die Olma-Teilnahme im vergangenen Jahr zu einer Art Zitterpartie. Doch das Parlament, das die Sechseläuten-Teilnahme versenkt hatte, machte in der letzten Sitzung 2014 alles klar: 20 der 25 Abgeordneten votierten für die Annahme der Olma-Einladung. Die Regierung hatte es dem Parlament leicht gemacht, denn ins Finanzboot wurden die elf Gemeinden geholt, die ein Drittel der Kosten übernahmen. Ausserdem stockten die Wirtschaftsverbände ihren Beitrag nochmals auf, so dass dem Land Liechtenstein noch knapp eine halbe Millionen verblieben.

Die Freundschaft aufzeigen

Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer stellte am Mittwoch die Grundzüge des Liechtenstein-Auftritts an der Olma 2016 vor, der unter dem Motto «Hoi metanand» stehen wird. Die Nachbarn sollen mit dem in Liechtenstein üblichen Spruch begrüsst werden. «Ziel des Liechtenstein-Auftritts ist», betonte die Regierungsrätin, «sich als vielseitiges, modernes Land, als attraktiver Wirtschaftsstandort und als verlässlicher Partner zu präsentieren.»

Die Regierung und Liechtenstein Marketing haben sich viel vorgenommen, um «ein starkes Zeichen» der engen Verbundenheit mit der Ostschweiz und speziell St. Gallen» zu setzen. Die vielfältige Nähe im geographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Sinne werde im gesamten Auftritt Liechtensteins spürbar und erlebbar sein, stellte Ernst Risch, Leiter von Liechtenstein Marketing in Aussicht.

Als Herzstück des Auftritts bezeichnete Risch die Liechtenstein-Sonderschau, die aber nicht zur Leistungsschau verkommen, sondern versuchen soll, die Besucher mit sympathischen Erlebnissen und Begegnungen für das Nachbarland zu gewinnen. Obwohl Liechtenstein kein Agrarland mehr ist, sind die Organisatoren bestrebt, auch die Tierschau möglichst attraktiv zu beschicken, um die Leistungsfähigkeit und die Besonderheiten der liechtensteinischen Tierzucht aufzuzeigen.

Der Umzug als Höhepunkt

Als Höhepunkt des Olma-Auftritts bezeichnete Regierungsrätin Amann-Marxer gestern vor den Medien den Liechtenstein-Tag am 15. Oktober 2016. Fabian Reuteler, Event-Bereichsleiter bei Liechtenstein Marketing, kündigte für den Umzug durch die St. Galler Innenstadt und den Festakt in der Olma-Arena rund 1000 Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner als Teilnehmer an.

In Zusammenarbeit mit Vereinen und Organisationen werde in nächster Zeit dafür ein Detailkonzept erstellt, damit laut Reuteler «jeder Besucher sein persönliches Liechtenstein-Erlebnis» haben könne. Voraussetzung für den angestrebten Erfolg sei allerdings, zuerst noch bei den Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern eine gewisse Begeisterung zu entfachen.

Die von Regierungsrätin Amann-Marxer erwähnte Verbundenheit mit St. Gallen möchten auch die Wirtschaftsverbände mit ihrem Engagement unterstreichen, wie sie gestern verlauten liessen. Die Vereinigung Bäuerlicher Organisationen schliesslich, unter deren Federführung die Tierschau organisiert wird, möchte das Bewusstsein in der Bevölkerung für die zahlreichen Leistungen der Landwirtschaft stärken, die vielen im täglichen Leben fremd geworden seien.