Bankenstreit: Frankreich mit US-Szenario

PARIS/ZÜRICH. Das Anklageverfahren der französischen Justiz gegen die UBS wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung sollte auch anderen Schweizer Banken Sorge bereiten.

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PARIS/ZÜRICH. Das Anklageverfahren der französischen Justiz gegen die UBS wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung sollte auch anderen Schweizer Banken Sorge bereiten.

«Wir sind gerade dabei, noch einmal ein amerikanisches Szenario zu erleben», erklärte der Steueranwalt Philippe Kenel am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Denn die Praxis, welche die französische Justiz der Grossbank vorwirft, hätten bis in die Nullerjahre auch andere Schweizer Banken verfolgt.

Die französischen Behörden verdächtigten die UBS, reichen Kunden von 2004 bis 2012 dabei geholfen zu haben, Gelder vor dem französischen Fiskus zu verstecken. Die Untersuchung läuft seit 15 Monaten.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Behörden ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet hätten. Frankreich wirft der UBS Beihilfe zur Geldwäsche der Erträge von Steuerhinterziehung vor. Um Geldflüsse zu verschleiern, soll unter anderem ein spezielles Buchführungssystem aufgebaut worden sein.

Nach Angaben von Ermittlern wurde angeordnet, dass die Schweizer Grossbank nun eine Sicherheit von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen müsse. Bisher war diese auf 2,875 Millionen Euro festgelegt. Die Summe von mehr als einer Milliarde Euro müsse die Bank bis 30. September überweisen, hiess es aus Justizkreisen. (sda) • WIRTSCHAFT 23

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