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BALZERS/WARTAU: Erinnerung und Kulturerbe im 24. Jahrgang

Im Gemeindesaal wurden die «Balzner Neujahrsblätter» vorgestellt. Hans Brunhart führte durch den Abend. Trotz trennendem Rhein ist Balzers mit der Gemeinde Wartau verbunden, wie verkehrsgeschichtliche Beiträge in der Publikation zeigen.
Je früher die Schulsozialarbeit beigezogen wird, desto eher kann sie akute Situationen vermeiden (gestellte Szene). (Bild: Pixelio)

Je früher die Schulsozialarbeit beigezogen wird, desto eher kann sie akute Situationen vermeiden (gestellte Szene). (Bild: Pixelio)

Auch 2018, im Europäischen Jahr des Kulturerbes, erscheinen die Balzner Neujahrsblätter wieder in gewohnter Manier. Es wird dabei betont, dass bewusst nicht ständig versucht werde, sich neu zu erfinden. Vielmehr soll eine bewährte Form der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der einen umgebenden Umwelt wie auch des daraus resultierenden Kultur- und Naturerbes, das Balzers charakterisiert, weitergeführt werden.

Erster Beitrag zur Völkerverständigung

Nach kürzlichen Verstimmungen mit der Schweiz freute sich Balzers ganz besonders, mit dem Gast Beat Tinner, seines Zeichens Gemeindepräsident der Gemeinde Wartau, bereits so früh im neuen Jahr einen Beitrag zur neuerlichen Völkerverständigung mit den Freundnachbarn auf der anderen Seite des Rheins leisten zu dürfen. Die guten Beziehungen und Zusammenarbeit wie auch die gegenseitige Wertschätzung wurden von beiden Seiten betont. Evident wurde die Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit dann auch in verschiedenen verkehrsgeschichtlichen Beiträgen, die klar werden liessen, wie stark man trotz trennendem Rhein miteinander verwoben und bei Brücken- oder Bahnprojekten eben auch aufeinander angewiesen war.

«Um es pflegen zu können, muss man das Kulturerbe kennen», sagte Hans Brunhart, der die Publikation vorstellte. Er hat bei seiner Einführung in die diesjährige Ausgabe, die ihren Fokus auf verschiedene Bereiche der Balzner Vergangenheit legt. Dabei wurden etwa die jüngere Geschichte der Burg Gutenberg oder das letztlich erfolglose Streben für ein eigenes Balzner Armenhaus zum Thema. Die einst stattliche Balzner Einkaufslandschaft, die in den 50er Jahren über 39 Geschäftslokale zählte, wird im Spiegel von Erinnerungen drei ehemaliger Dorfladenbesitzerinnen aufgearbeitet. Damals hätte man alles bekommen im Dorf, von Dingen des alltäglichen Bedarfs bis zu Kleidern und Hüten oder gar Schuhen «made in Balzers». Die Veränderungen in der Mobilität, der Organisation des dörflichen Lebens und der Orte des Zusammenkommens und Austauschs werden etwa in diesem Beitrag sehr lebendig und anschaulich an persönliche Erinnerungen angelehnt dargelegt. Dieser und auch andere Beiträge wie etwa jener über die Post in Balzers, in dem der zweite Brunhart im Bunde neben einem Querschnitt durch das Postwesen in der Gemeinde auch Generationen von Posthaltern und Angestellten ein Denkmal setzte.

Mosaik eines Kulturerbes

Darüber hinaus bekommen wir über wissenschaftliche auch persönliche Zugänge, etwa über die Post als Familienbetrieb von der Tochter eines langjährigen Posthalters, Alexa Schlegel-Meier. Die Ebenen des kollektiven Erinnerns decken damit ein beträchtliches Spektrum ab, das über eine rein auf schriftliche historische Quellen gestützte Aufarbeitung kaum möglich wäre. Anekdoten wie etwa über die Zustellung eines Briefes aus Amerika, der mit der Adresse «Vogt, Mäls, Fürstentum Liechtenstein» problemlos seinen Adressaten fand, über unheimliche Geräusche bei der neuen, im Riet gebauten Post bei Föhnwetter und andere persönliche Erinnerungen lassen Ausschnitte aus einer «Welt von Gestern» auf sehr anschauliche Weise zugänglich werden.

Mit der 96 Seiten starken Publikation erfreut sich ein gelungener neuer Stein seiner Bereicherung des Mosaiks eines ausserordentlich gut gepflegten Balzner Kulturerbes. (tb)

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