Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BALZERS: Begeistertes Premierenpublikum

Die Operettenbühne hat allen Grund zum Feiern. Mit der Produktion «Die lustige Witwe», die am Samstag Premiere feierte, ist es ihr einmal mehr gelungen, das gesamte Publikum zu verzaubern.
Bettina Stahl-Frick
Zu Ehren von Hanna Glawari lud Botschafter Zeta zum folkloristischen Fest, wo sich alle – inklusive der lustigen Witwe – prächtig amüsierten. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Zu Ehren von Hanna Glawari lud Botschafter Zeta zum folkloristischen Fest, wo sich alle – inklusive der lustigen Witwe – prächtig amüsierten. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Bettina Stahl-Frick

redaktion@wundo.ch

Lustig war sie wirklich, diese Witwe, die stets weiss, wie zu kokettieren, sich dann aber trotzdem schwertut, sich die grosse Liebe einzugestehen und damit fast ein Happy End riskiert.

Aber nun alles von vorne: Die Geschichte der millionenschweren Dame Hanna Glawari beginnt in der prunkvollen Empfangshalle des prächtigen Schlosses von Baron Mirko Zeta, wo die Witwe später erwartet wird. Die Gäste sind erst im Anmarsch und Camille de Rossillon (Christoph Waltle) nutzt die Gunst der Stunde, um Valencienne (Christine Schneider), die Frau des Barons, zu bezirzen. «Ich liebe dich» schreibt er auf ihren Fächer, doch sie lehnt ab: «Ich bin eine anständige Frau.» Der Empfangssaal füllt sich nach und nach, die Gäste unterhalten sich, lachen, prosten einander zu. Bis sie auftaucht, im langen schwarzen Abendkleid: die Witwe Hanna Glawari (Sigrid Plundrich).

Alle reissen sich um den ersten Tanz

Glamourös, wie sie die Treppe hinuntersteigt, zieht sie sofort vor allem die Blicke der Männer auf sich, die sich Sekunden später alle um sie scharen. Alle reissen sich um den ersten Tanz mit ihr. Die Dame vertröstet die Herren allerdings – sie gebe am nächsten Tag ein typisch pontevendrinisches Fest und da wolle sie mit jedem einzelnen von ihnen die ganze Nacht hindurch tanzen. Für Baron Mirko Zeta (Christian Nipp) aber ist klar: Graf Danilo Danilowitsch muss die Witwe heiraten. Dieser vergnügt sich allerdings lieber mit den Mädchen im Maxim, lässt die Korken knallen und den Champagner fliessen. Bis er schliesslich sturzbetrunken auf dem Sofa einschläft.

Ziemlich unbequem wird er schliesslich geweckt von niemand anderem als von der Witwe, Hanna Glawari. Schnell scheint Danilo nüchtern zu sein, ist die Witwe doch seine frühere verflossene Liebe. Danilos Onkel brachte damals das Paar auseinander – «jetzt wo ich reich bin, hätte der Onkel wohl nichts mehr dagegen», merkt die Witwe mit Unterton an. Niemals werde er sie wieder lieben, entgegnet Danilo und betont: «Niemals.»

Verborgene Gefühle erkannt

Auf der von der Witwe angekündigten Feier am nächsten Tag geht es im Schlosspark fröhlich zu und her. Ganz nach dem Motto: Lasst uns tanzen und singen! Weniger vergnügt ist Valencienne, die Frau des Barons: Sie hat ihren Fächer verloren – samt Liebesgeständnis. Weil sie ja eine anständige Frau ist und sich schon gar nicht auf eine Affaire einlassen würde, möchte sie Camille de Rossillon, der ihr weiter den Hof macht, mit der lustigen Witwe verkuppeln. Der möchte davon aber gar nichts wissen und hat nur Augen für die schöne, aber leider verheiratete Valencienne.

Zwar weiss die Witwe Hanna Glawari nichts von diesem Plan und genauso wenig würde sie auch etwas von dieser Hochzeit mit Camille wissen wollen. Denn eigentlich hat auch sie nur Augen für jemanden: für Danilo. Aber sie haben sich gerade noch am Abend zuvor ja geschworen, einander nie mehr lieben zu wollen. Wenn Hanna da nicht den verlorenen Fächer von Valencienne finden und die Liebesbotschaft lesen würde. Sie ist sich sicher: Danilo hat ihr dies geschrieben.

Im Pavillon mitten im Park ist Valencienne dann aber nicht mehr so anständig und lässt sich zum Geschmuse mit Camille hinreissen. Der eher naive Baron wird misstrauisch, was sich hinter den Türen des Pavillons abspielt und glaubt nach einem Blick durchs Schlüsselloch seine Frau inflgranti erwischt zu haben.

Als Camille dann aber mit der Witwe Hand in Hand herauskommt, sind seine Befürchtungen wie weggeblasen. Umso trauriger aber ist Danilo – dass er Hanna nie mehr lieben wird, das war dann doch gelogen. In dem Liebesgewirr klärt die Witwe Hanna Danilo auf, dass Camille das Schäferstündchen mit Valencienne verbracht hat. Erleichtert gesteht Danilo seine Liebe zu ihr – und Hanna ihre Liebe zu ihm.

Im Maxim, ein Kabarett, soll schliesslich gefeiert werden. Wild gehts zu und her und es tanzen nicht nur die Grisetten, es strippen auch Männer auf der Bar. Mittendrin die lustige Witwe mit ihrem Danilo und Valencienne mit ihrem Camille. Ende gut, alles gut – nur nicht für den Grafen Mirko Zeta und all die Männer, die um die Witwe gebuhlt haben. Die Liebe aber, die findet ihren Weg – und das Happy End!

Publikum zeigt Begeisterung mit grossem Applaus

Die Darstellerinnen und Darsteller ernteten am Ende dieser drei Akte grossen und lange anhaltenden Beifall. Applaus, den sie sich nach intensiven Probenarbeiten redlich verdient haben. Die beiden Sopranistinnen Sigrid Plundrich (die Witwe) und Christine Schneider (Valencienne) überzeugten nicht nur gesanglich, auch zogen sie mit ihrer schauspielerischen Leistung das Publikum in den Bann. Ebenso Daniel Raschinsky (Graf Danilo) und Christoph Waltle als Camille. Der Bariton und der Tenor beeindruckten mit Stimmgewalt und schauspielerischem Können.

Insbesondere zu erwähnen ist auch Toni Bürzle in der Rolle als «Njegus», der mit gekonnt gespielter Tollpatschigkeit im Laufe der Aufführung für herrliche Lacher sorgte. Überzeugt haben auch Matthias Müller-Arpagaus und Daniel Büchel, die in ihren Rollen immer wieder um die Gunst der Witwe buhlten. Der Chor fiel durch seine Stimmgewalt auf und das i-Tüpfelchen im ganzen Operettengeschehen waren die sechs Tänzerinnen und zwei Tänzer, für die Tamara Kaufmann choreografierte. Ihre Leistung bestach durch saubere Hebefiguren, exzellenten Sprüngen und viel Ausdrucksstärke.

Hervorzuheben sind auch die beeindruckenden Bühnenbilder von Hansjörg Gstöhl, für jeden Akt ein eigenes (Empfangshalle, Schlosspark und das Kabarett Maxim). Und, last but not least, hat das Sinfonieorchester Liechtenstein für wunderschöne Musik gesorgt. Kurzum, die Premiere ist gelungen. Die makellose Premiere lässt darauf schliessen, dass noch weitere Aufführungen im geleichen Stil folgen werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.