Ballettschule verzauberte das Publikum mit einem Tanzabend

BUCHS. In der Aula des Schulhauses Flös in Buchs organisierte die Musikschule Buchs einen Tanzabend mit den Ballettklassen von Silke Sylvia Kaya. Geschichten von Feen, Meerjungfrauen und dem grossen Zampano. Ein märchenhafter Anlass, der begeisterte.

Pius Bamert
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Bezaubernd, elegant und hoch motiviert: Ein gelungener Tanzabend mit den Ballettklassen von Silke Sylvia Kaya im OZ Flös in Buchs. (Bild:)

Bezaubernd, elegant und hoch motiviert: Ein gelungener Tanzabend mit den Ballettklassen von Silke Sylvia Kaya im OZ Flös in Buchs. (Bild:)

BUCHS. In der Aula des Schulhauses Flös in Buchs organisierte die Musikschule Buchs einen Tanzabend mit den Ballettklassen von Silke Sylvia Kaya. Geschichten von Feen, Meerjungfrauen und dem grossen Zampano. Ein märchenhafter Anlass, der begeisterte.

Volles Haus, viele, die das Geschehen sitzend auf dem Boden miterlebten, nicht nur die zahlreichen Kinder. Mit grossen Augen und fast ungeduldig warten sie auf den Beginn der Vorstellung. Das Licht wird langsam schwächer, die Kinder ruhig. Es beginnt mit dem Auftritt von Geppetto, der Pinocchio Bewegungen des eigenen Körpers beibringen will. Es ist noch kein Ballett, aber entwickelt sich behutsam dazu. Silke Sylvia Kaya gründete 1989 die Ballettschule. Einer Gruppe von Sechsjährigen brachte sie die ersten Schritte bei. Es war der wohl harte Anfang, in unserer Region dem «Volk» aufzuzeigen, was Ballett überhaupt ist, dabei war das Ballett schon im 15. und 16. Jahrhundert beliebt.

Ein langer Prozess

Eine Kunstform, die gleichberechtigt neben Oper, Konzert und Schauspiel stand. Ein Bühnenauftritt ohne Worte erzählt in Einheit mit der Musik eine Geschichte. An diesem Nachmittag war es Pinocchio, der von seinem Unvermögen, sich körperlich und seelisch auszudrücken – heute nennt man das wohl autistisch –, vom einfachen Handwerker Geppetto befreit wurde. Der Abend war auch ein Lehrstück, wie aus einem einfachen Trippeln eine Tanzform entsteht. Aber es steht ein langer Weg des Trainings vor dem ersten Erfolg auf der «Bühne». Es ist ein harter, mühsamer und aufwendiger Prozess, alle halten das nicht durch. Doch, so Sylvia Kaya: «Wir fördern und fordern ohne zu überfordern. Es braucht Zeit, bis sich das Gefühl für Rhythmus, Musikalität und Ausdrucksmöglichkeit entwickelt. Selbstdisziplin und das Selbstvertrauen werden gefördert.»

Geschichte ohne Worte

Zwischen 5- und 18jährig sind die meisten Tänzerinnen, sie erzählen die bekannte Geschichte von Pinocchio. Kein Wort wird gesprochen. Bewegung des gesamten Körpers, die Tanzschritte, die Augen, die Mimik in den Gesichtern, die Hände, auch bis in die letzten Fingerspitzen übersprudelt von Worten – Worte, die gar nicht hörbar wahrnehmbar sind, die aber jeder versteht, besonders die Kinder.

Die guten ausgewählten Melodien wie «Lime Light» von Charlie Chaplin unterstützen die Sprache der Geschichte, der tänzerischen Umsetzung. Auch die Kostüme der Tanzenden sind einfach märchenhaft, so wie in der Szene, die durch die Melodie «Dr. Schiwago» untermalt wird (Geppetto sucht verzweifelt nach Pinocchio, Meerjungfrauen ziehen ihn ins Meer, ein Schwarm Fische befreit ihn). Begeistert ruft ein Dreikäsehoch, der vor dem Schreibenden auf dem Boden kniet: «Schau, die vielen Fische.» Und tatsächlich – die Kostüme sind aus aufgenähten «Fischschuppen». Kinder sehen besser.

Choreographie und Regie an diesem Anlass führte Silke Sylvia Kaya, die szenische Bühnenarbeit und Musikauswahl besorgte Anita Foser. Die Kostüme stammen von Evelyne M. Fricker und Marianne Keltz, die Lichtgestaltung oblag der Event Partner Pro AG. In die Maske ging es zu Claudia Rohlfing, Marianne Moser und Christa Sprenger, Coiffeuse war Renate Hitpold. Für die Organisation hinter der Bühne zuständig war Tanja Plüss.