Bäche, wo sonst keine sind

Das Werdenberg und das Obertoggenburg wurden grösstenteils vom Hochwasser verschont. Nicht so Sax und Gams: Keller und Tiefgaragen wurden überflutet, Bäche traten über die Ufer, und Strassen mussten gesperrt werden.

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Montagabend in Sax: Im Vorsämmler des Farnenbachs sammelte sich Wasser und Geröll. Der Bach trat in der Folge über die Ufer.

Montagabend in Sax: Im Vorsämmler des Farnenbachs sammelte sich Wasser und Geröll. Der Bach trat in der Folge über die Ufer.

GAMS/SAX. Das habe er in seinen 31 Jahren noch nie gesehen, sagt Feuerwehrkommandant Philipp Kaiser: «Im Gamser Ortsteil Gasenzen flossen vom Hang etliche Bäche hinunter. Bäche, die es sonst gar nicht gibt.» Sie hätten sich vom Hauptbach gelöst und sich selbständig einen Weg nach unten gesucht. «Wir mussten die Bäche umleiten. Bagger kamen zum Einsatz. Die Hültschstrasse und den Herrenweg mussten wir sperren», so Kaiser weiter. An zwei Tagen stand die Feuerwehr Gams im Einsatz. «Am Montagabend sind wir von Haus zu Haus gegangen, um zu helfen. Am Dienstag mussten wir abermals ausrücken. Etliche Keller und Tiefgaragen haben wir ausgepumpt», sagt Kaiser.

Auch die Sennwalder Feuerwehr rückte am Montagabend aus. «Um 18.50 Uhr kam der Alarm», sagt der Sennwalder Feuerwehrkommandant Jürg Wohlwend gegenüber dem W&O. «Wir wurden nach Sax gerufen, weil der Farnenbach bei der Kreuzberggarage über die Ufer trat und auf die Strasse floss.» Als die Sennwalder Feuerwehr eintraf, war die Hauptstrasse im Bereich Farnen zwischen Sax und Gams bereits wieder einseitig befahrbar, weshalb sie die Strasse nicht sperren musste. «Das Problem war, dass Kleinholz und Geröll den Bachtunnel unter der Strasse verstopften. Der Vorsämmler hielt das Wasser einige Zeit zurück, bis es dann schliesslich doch über die Ufer trat.»

So musste die Feuerwehr einen Bagger organisieren und Dreck sowie Geröll aus dem Vorsämmler beseitigen. Beachtenswert sei gemäss Wohlwend gewesen, wie schnell die ortsansässige Baggerfirma vor Ort war, um zu helfen. Und das, obwohl Ferienzeit ist. Ein paar Keller wurden auch in Sax ausgepumpt. «Aber es ist relativ glimpflich gewesen, wenn wir es mit dem Hochwasser vom Juni 2013 vergleichen», so Wohlwend. (ag)

In Gams drang das Wasser in etliche Keller und Tiefgaragen ein. Wer konnte, schützte sein Haus davor.

In Gams drang das Wasser in etliche Keller und Tiefgaragen ein. Wer konnte, schützte sein Haus davor.

Das Wasser suchte sich alternative Wege: In Gams rannen Bäche den Hang hinab, die es sonst nicht gibt. (Bilder: pd)

Das Wasser suchte sich alternative Wege: In Gams rannen Bäche den Hang hinab, die es sonst nicht gibt. (Bilder: pd)

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