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BAD RAGAZ/WANGS: Klaus Nussbaumer: «Ich würde wieder gleich entscheiden»

Die Verantwortlichen der Pizolbahnen bekamen gestern die Nachwirkungen von Sturm «Burglind» zu spüren. Einerseits mussten sie Fragen beantworten, andererseits standen die Anlagen weiter still. Heute sollen sie wieder in Betrieb gehen.
Reto Vincenz
Aufwendig und spektakulär waren die Bergungsarbeiten am Mittwoch bei den Pizolbahnen. (Bild: Reto Vincenz)

Aufwendig und spektakulär waren die Bergungsarbeiten am Mittwoch bei den Pizolbahnen. (Bild: Reto Vincenz)

Sturm «Burglind» hatte die Pizolbahnen am Mittwoch hart getroffen (vgl. Ausgabe von gestern). Um die Mittagszeit waren sowohl in Wangs als auch in Bad Ragaz umgeknickte Bäume auf die Tragseile der Zubringer gestürzt. Die beiden Bahnen stellten automatisch sofort ab. Die Folge: 25 Gäste sassen in den Gondeln fest. Sie mussten von Einsatzkräften geborgen werden. Die Evakuierungsaktion dauerte mehrere Stunden und stiess auf eine breite Beachtung in den Medien. Gegen 18 Uhr waren auch alle Mitarbeitenden wieder im Tal. Unter anderem mussten zahlreiche Personen mit der Rega und einem Polizeihelikopter ins Tal geflogen werden, die in den Bergrestaurants ausharrten. Verletzte gab es dabei keine.

Gestern war am Pizol nun das grosse «Sammeln und Aufräumen» angesagt. Und es mussten Fragen beantwortet werden. Insbesondere, ob das Gebiet nicht früher hätte entleert werden sollen. Für Klaus Nussbaumer, Geschäftsführer der Pizolbahnen, eine müssige Frage. Denn: «Wegen des angekündigten Sturms wurden generell nur die unteren, weniger exponierten Anlagen, in Betrieb genommen. Dort waren die Verhältnisse am Vormittag gut. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele andere Gebiete in der Region ebenfalls geöffnet.»

Als der Wind dann zunahm, habe man umgehend gehandelt. Heisst, so Nussbaumer: «Wir entschieden, komplett zu schliessen, mussten aber die Leute noch mit der Gondelbahn ins Tal bringen. Denn wir haben keine Pisten, die bis ganz hinunter führen. Dabei kam es zu dem Zwischenfall, denn die Winde beziehungsweise Böen kamen unerwartet schnell und waren extrem heftig». Auch wenn man im Nachhinein immer klüger sei: Nussbaumer verteidigte gestern die Entscheide vom Mittwoch und betonte: «Ich würde wieder gleich handeln. Die Bahnen selber hatten ja auch keine Probleme und funktionierten bei den herrschenden Verhältnissen tadellos. Es waren äussere Einflüsse, sprich die umgeknickten Bäume, welche die Schwierigkeiten verursachten».

Und die evakuierten Personen? Gemäss Nussbaumer habe man mit ihnen nach der Rettungsaktion gesprochen und ihre Daten aufgenommen. Die Reaktionen seien mehrheitlich verständnisvoll und von Erleichterung geprägt gewesen. Einige hätten gar von einem Abenteuer gesprochen.

Ab heute wieder Normalbetrieb

Gestern Donnerstag blieben die Anlagen am Pizol noch geschlossen. Im Fokus stand die Kontrolle der Strecken und Waldbestände. Wie Nussbaumer sagte, habe man das Gebiet mit Helikoptern abgeflogen, um sich einen Überblick über die Situation in den Wäldern zu verschaffen. Dabei sind auch Fachleute aus dem Forstbereich mit einbezogen worden.

Zudem wurde die Technik der betroffenen Anlagen überprüft. Dabei wurden praktisch keine Schäden festgestellt. Aufgelaufen sind aber Kosten für die Bergungsaktion und die Freimachung der Strecke. Nussbaumer ging gestern davon aus, dass diese mehrheitlich durch Versicherungen gedeckt würden.

Heute Freitag soll der Betrieb am Pizol, wo im Laufe des Donnerstags heftiger Schneefall einsetzte, wieder aufgenommen werden. Angesichts der Lawinengefahr könne es allenfalls Einschränkungen geben, so die Verantwortlichen. Aktuelle Infos gibt es unter www.pizol.com .

Reto Vincenz

redaktion@wundo.ch

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