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BAD RAGAZ: «Eine Chance für die Ostschweiz»

Über den Mangel an Hausärzten wird besonders in ländlichen Gebieten geklagt. Dieser Situation wollen Regierung und Ärzteverein entgegenwirken – mit dem neuen «Joint Medical Master»-Studium in St. Gallen.
Heidy Beyeler

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Der Ärzteverein Werdenberg-Sarganserland nutzte die Hauptversammlung, um die Ärzteschaft über das Projekt «Joint Medical Master» im Detail zu informieren. Valentin Rehli, Arzt und Kantonsrat aus Walenstadt, berichtete über den Stand in der Politik. In der Februarsession findet die zweite Lesung im Kantonsparlament statt. Mit dem Master-Studiengang in St. Gallen soll dem Nachfolgeproblem Rechnung getragen werden. «Dabei geht es um die Stärkung der medizinischen Versorgung in der Ostschweiz, mit Fokus auf die Grundversorgung», betonte Rehli. Das Stimmvolk wird voraussichtlich am 10. Juni 2018 über die nötige Anpassung befinden.

In der Schweiz werden jährlich rund 1000 angehende Mediziner ausgebildet. Mit zusätzlichen Angeboten wie in St. Gallen und Luzern bzw. im Tessin will man die Zahl der Studienplätze auf 1300 pro Jahr erhöhen, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken.

Michael Brändle, Chefarzt Hausarztmedizin am Kantonsspital St. Gallen, hob hervor, dass der neue Studienlehrgang ein Ostschweizer Projekt ist. Man werde bis 2019 Dozenten suchen, die sich für den Lehrgang fit machen. Im Hinblick auf die Mitarbeit von praktizierenden Ärzten sagte Brändle, der neue Studiengang sei kein Projekt des Kantonsspitals St. Gallen. «Es ist ein Projekt der Universitäten Zürich und St. Gallen.» Das neue Ausbildungsprogramm beginne ohne Altlasten. «Wir bauen ‹Joint Medical Master› auf einer ‹grünen Wiese› – ohne alte Strukturen und Abhängigkeiten.»

Im Herbst 2017 haben die ersten 41 Studenten aus dem «St. Galler Track» in Zürich das Bachelor-Studium aufgenommen. 22 sind aus dem Kanton St. Gallen, 17 aus ausserkantonalen Regionen (mehrheitlich aus der Ostschweiz) und zwei aus dem Ausland. Die Kombination – Wissen und klinisch-praktische Erfahrung von vier angesehenen Institutionen mit Themenschwerpunkten – stösst bei ihnen auf grosses Interesse. Für die 40 Master-Plätze in St. Gallen haben sich 86 Maturandinnen und Maturanden beworben. Der erste Master-Studiengang in St. Gallen wird im Herbst 2020 beginnen.

Chance, etwas Innovatives zu entwickeln

Neben der Chance, vermehrt Grundversorger ansiedeln zu können, gibt es einen weiteren, wichtigen Aspekt. Die Ausbildung fokussiert nicht nur auf den Nachwuchs. «Wir haben auch die einzigartige Möglichkeit, mit hochkompetenten Players, die schon auf dem Platz sind, Innovationen weiterzuentwickeln. Damit nehmen wir in der Ostschweiz eine wichtige Position ein im Bereich der Ausbildung für die neue Ärztegeneration», betonte Brändle am Donnerstagabend in Bad Ragaz.

Christian Häuptle, leitender Arzt Hausarztmedizin am Kantonsspital, betonte die Notwendigkeit der Grundversorgung. Dazu gehört nicht nur die Hausarztmedizin, sondern auch Pädi- ater. «Der Mensch muss von der Geburt bis zum Tod in die Grundversorgung eingebettet werden.» Klar sei, dass die Studierenden in St. Gallen mit der Ausbildung «Joint Medical Master» mindestens so gut abschneiden müssen wie jene, die eine konventionelle Ausbildung in Zürich absolvieren.

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