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AZMOOS: Mit neuen Konzepten auf den Weg

Die Heilpädagogische Vereinigung Sarganserland-Werdenberg informierte am Mittwoch über die neue Tagessonderschule für Kinder und Jugendliche mit schwerwiegenden Lern- und Verhaltensschwierigkeiten.
Hanspeter Thurnherr
Der Neubau des Gewerbeparks Seidenbaum ist als Standort der Tagessonderschule für Kinder und Jugendliche mit schwerwiegenden Lern- und Verhaltensschwierigkeiten vorgesehen. (Bild: PD)

Der Neubau des Gewerbeparks Seidenbaum ist als Standort der Tagessonderschule für Kinder und Jugendliche mit schwerwiegenden Lern- und Verhaltensschwierigkeiten vorgesehen. (Bild: PD)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Zur Information eingeladen waren Schulbehörden und Schulleiter. Wie Pino Puopolo, Präsident der Heilpädagogischen Vereinigung (HPV) Sarganserland-Werdenberg erklärte, erhielt sie erstmals einen kantonalen Auftrag ausserhalb des angestammten Kerngeschäfts. Man habe sich für den Standort in Wartau entschieden. Vorgesehen ist dafür der Neubau des Gewerbeparks Seidenbaum. In den nächsten Monaten muss zudem das Raumkonzept erstellt und bewilligt sowie das Betriebskonzept vorangetrieben werden.

Gemäss Professor Markus Siegrist, Fachpsychologe der Hochschule für Heilpädagogik Zürich, stellen Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten alle Beteiligten vor sehr grosse Herausforderungen. Solche Schüler entwickeln sich erfahrungsgemäss mit integrativer Schulung erfolgversprechender, werden aber manchmal zur Entlastung oder zum Schutz (von Lehrkräften, Mitschülern oder vor sich selber) separiert. Zudem könnten Schüler mit mehrfachen Problemkonstellationen kaum integrativ gefördert werden.

Familien finden miteinander Lösungen

Dr. Gian Andrea Giovanoli, Facharzt für Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, stellte die Konzepte der Multifamilientherapie und des Familienklassenzimmers vor. Das Ziel: Familien finden miteinander Lösungen. Es gehe dabei um grundsätzliches Denken. Man versuche das häufige Muster des «Kampfes zwischen Eltern und Lehrer» zu durchbrechen – durch Einbeziehen von Eltern, Verwandten, Nachbarn. Dabei leisten Fachleute Unterstützung, aber aus der Haltung heraus, dass die Eltern die Experten für ihre Kinder sind. «Sie wissen oft, was gut geht und was nicht.» Beim Familienklassenzimmer werden die Eltern teilweise und auf eine spezifische Art in den Schulalltag eingebunden.

Wie Annalise Rohrer, Institutionsleiterin der Heilpädagogischen Tagesschulen in Trübbach/Azmoos sagte, wird die Schule bei der Zusammenarbeit mit den Eltern Familienklassenzimmer und Multifamilientherapie einsetzen. Die pädagogische Haltung werde personenzentriert, systemisch und lösungsorientiert sein. Das Menschenbild orientiere sich an der humanistischen Psychologie und Pädagogik. Wichtig seien dazu auch flexibel nutzbare Räume sowie Rückzugsmöglichkeiten. Die Kinder werden auch während dem Mittagessen und nach der Unterrichtszeit betreut.

In diesem Sommer wird mit der Mittelstufen-Klasse und maximal zehn Schülern in einem Provisorium gestartet, da die neuen Räumlichkeiten bis dann noch nicht fertig ausgebaut sind. Später wird eine Oberstufenklasse dazukommen.

Die Eltern überzeugen statt Recht durchsetzen

Elsbeth Freitag, Leiterin der Regionalstelle Sargans des Sozialpsychologischen Dienstes (SPD), erläuterte den Zuweisungsprozess für die neue Sonderschule. «Wir sind sowohl Abklärungs- als auch Beratungsstelle. Wir setzen den Fokus von Anfang an auf die Wiederintegration in die Herkunftsschule.» Trotzdem gebe es Situationen, wo man sagen müsse: Und dennoch geht es so nicht weiter. Rechtlich könnte der SPD in dieser Situation einfach einen Zuweisungsantrag stellen. «Wir versuchen aber, die Eltern von einer Zuweisung zu überzeugen.» So empfiehlt der SPD unter anderem Besuche und Schnuppermöglichkeiten in der Sonderschule und hilft beispielsweise bei Auswertungsgesprächen und Zielformulierungen.

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