AZMOOS: Die künftige Nutzung mitbestimmen

Den Platz im Zentrum von Azmoos sichern und sich die Option einer späteren Erweiterung des Betagtenheims offenhalten: Deshalb erwerben Politische und Ortsgemeinde ein Stockwerkeigentum in der ehemaligen Post.

Merken
Drucken
Teilen

Die Politische Gemeinde Wartau und die Ortsgemeinde Wartau erwerben zusammen das Stockwerkeigentum der ehemaligen Post Azmoos. Mit dem Kauf zum Preis von 520 000 Franken sichert sich die öffentliche Hand ins­besondere die Möglichkeit einer allfälligen Erweiterung des Betagtenheims. Das wird in einer gemeinsamen Medienmitteilung festgehalten.

Seit der Schliessung der Poststelle Azmoos im April dieses ­Jahres (der W&O berichtete) steht das Postlokal an der Poststrasse im Herzen des Dorfes leer. Nun hat die Schweizerische Post ihren Anteil der Liegenschaft – zu dem nebst dem ehemaligen Postlokal im Erdgeschoss eine 4?-Zimmer-Wohnung gehört – an die Poli­tische Gemeinde und die Orts­gemeinde Wartau verkauft.

Der restliche Teil des Ge­bäudes befindet sich nach wie vor im Eigentum der St. Galler Kantonalbank, welche hier auch eine Geschäftsstelle führt.

Ein Dorfplatz von öffentlicher Bedeutung

Da sich das Gebäude mitten im Dorfzentrum und direkt angrenzend an das Betagtenheim be­findet, sicherten sich die öffent­lichen Körperschaften die Immobilie sowie den Landanteil. Aus Sicht des Gemeinderates und des Ortsverwaltungsrates ist es wichtig, dass die künftige Nutzung des Gebäudeteils mitbestimmt werden kann.

Dies wird in der Mitteilung unter anderem damit begründet, weil der Platz zwischen der ehemaligen Post und der St. Galler Kantonalbank sowie dem Be­tagtenheim der Bevölkerung als Dorfplatz dient – und ent­sprechend von öffentlicher Bedeutung sei.

Diese Begegnungszone wollen beide Körperschaften für die Bevölkerung langfristig erhalten. Der Verwaltungsrat der Orts­gemeinde hat sich an einer Klausurtagung unter anderem auch mit dem Thema der Dorfplatz­gestaltungen auseinandergesetzt. Dabei hat er sich zum Ziel gesetzt, wegen ihrer Bedeutung auf den Erhalt beziehungsweise die Gestaltung von Dorfplätzen respektive Begegnungszonen als Treffpunkt hinzuwirken.

Erweiterungsmöglichkeiten bleiben offen

Durch den Kauf des Stockwerkeigentums erhält Wartau zudem die Möglichkeit, das Betagtenheim bei Bedarf in Zukunft zu ­erweitern. «In Anbetracht der ­demografischen Entwicklung ist es nämlich nicht ausgeschlossen, dass das Betagtenheim irgendwann mit einer zusätzlichen Wohngruppe oder Betten erweitert werden muss», wird dazu in der Mitteilung ausgeführt. Dies werde durch die Betriebskommission des Betagtenheims beobachtet und beurteilt.

Eine allfällige Erweiterung würde über die Pflegetaxen finanziert und hätte keine Auswirkungen auf den Steuerfuss, wird betont. Ein Ausbau des Betagtenheims sei vorerst allerdings noch kein Thema.

In einer ersten Phase wollen die Politische Gemeinde und die Ortsgemeinde das ehemalige Postlokal vermieten. Die dazu­gehörige Wohnung ist bereits ­vermietet. Durch den Eigentümerwechsel gab es diesbezüglich ­keine Änderung.

Für den Kauf der Post haben sich der Gemeinderat und der Ortsverwaltungsrat zusammengetan, weil beide überzeugt sind, dass dies im öffentlichen Inte­resse liegt.

Wertvoller Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung

Dieser Kauf des Stockwerkeigentums stellt keine Ausgabe im ­Sinne des Finanzhaushaltsrechts dar, sondern ist eine Anlage des Finanzvermögens. Die Politische Gemeinde Wartau ist nun im ­Besitz von zwei Dritteln am Stockwerkeigentum, die Orts­gemeinde Wartau besitzt einen Drittel. Sowohl der Gemeinderat als auch der Ortsverwaltungsrat sind überzeugt, «mit diesem strategischen Kauf zu marktüblichen Preisen einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Dorfzentrums zu leisten».