AZMOOS: Ältester Wartauer wurde 100-jährig

Am Weihnachtstag feierte Hans Frischknecht bei guter Gesundheit seinen 100. Geburtstag. Dem W&O erzählte er kürzlich ein paar Eckpunkte aus seinem Leben und wie man solch ein Alter erreicht.

Corinne Hanselmann
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Hans Frischknecht fühlt sich wohl im Wartau. (Bild: Corinne Hanselmann)

Hans Frischknecht fühlt sich wohl im Wartau. (Bild: Corinne Hanselmann)

Corinne Hanselmann

Man würde ihm die 100 Jahre nicht geben, wenn man Hans Frischknecht sieht. Kurz vor dem Termin mit dem W&O war der rüstige Senior noch im Dorf zum Einkaufen. Er kocht sich nämlich fast täglich selber sein Essen. Seit sieben Jahren wohnt er in einer Alterswohnung in Azmoos.

Am 25. Dezember 1916 erblickte Hans Frischknecht das Licht der Welt. Gemeinsam mit fünf jüngeren Geschwistern wuchs er in Gossau und später in Herisau auf. Dort besuchte er auch die Schule.

Beim Skifahren die spätere Ehefrau kennen gelernt

«Schon als Bub war ich ein begeisterter Skifahrer», erzählt er. Nachdem er die ersten «Schwünge» noch mit Fassdauben machte, konnte er sich nach der Schulzeit für einen Fünfliber sein erstes Paar gebrauchte Ski kaufen.

Als junger Mann – während des Zweiten Weltkrieges – musste Hans ins Militär einrücken. Mit Unterbrüchen war er 700 Tage lang im Dienst bei der Artillerie und als Gebirgsspezialist. «Tage, an denen ich im Militär mit den Ski unterwegs war, waren für mich wie Ferien.»

Auch in seiner Freizeit verbrachte Hans viel Zeit in den Bergen. Dort gefiel es ihm, im Sommer wie im Winter. Beim Skifahren lernte er auch Klara, seine spätere Ehefrau, kennen. 1943 wurde geheiratet und Tochter Erika kam zur Welt. 1951 folgte Irma. Die Familie wohnte in Herisau und Hans arbeitete während 22 Jahren bei der Firma Suhner. 1962 zog es Frischknechts nach Romanshorn. Dort war Hans fortan als Abwart und Chauffeur für die Zellerbalsam-Fabrik tätig. Als Klara 1970 starb, zügelte Hans nach Egnach, arbeitete aber weiterhin für die Firma Zeller. Vier Jahre später heiratete er erneut. Aber auch seine zweite Frau sowie sämtliche Geschwister leben heute nicht mehr. Die ältere Tochter Erika verstarb leider ebenfalls früh. Fünf Grosskinder und vier Urgrosskinder, die teilweise ganz in der Nähe zu Hause sind, gehören heute zur Familie.

Seit sieben Jahren in Azmoos zuhause

Durch Tochter Irma, die seit langem in der Gemeinde Wartau wohnt, kam Hans 2009 nach Azmoos. «Ich fühle mich wohl hier», sagt er. Täglich macht der älteste Einwohner der Gemeinde einen Spaziergang und bewegt sich an der frischen Luft.

Bis vor einem Jahr reiste der Senior noch regelmässig mit der Bahn, zum Beispiel nach Bern. Dort hat er nämlich seit zehn Jahren eine Freundin, die er damals zufällig auf einer Zugreise kennen lernte. Häufig besuchen sie sich. «Wenn sie mich abholt, bleibe ich manchmal auch für ein paar Tage in Bern.»

Auf die Frage, was sein Rezept sei, um 100 Jahre alt zu werden, hat Hans sofort eine Antwort: «Nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, viel Bienenhonig essen und Bewegung an der frischen Luft.» Ihm gehe es gesundheitlich ziemlich gut, nur dem Herzen müsse er etwas schauen. Bienenhonig esse er gerne zum Frühstück auf dem Brot. Während seiner Zeit im Thurgau imkerte Hans sogar selber.

Den runden Geburtstag feierte der Senior gestern zusammen mit Bekannten und Verwandten. Zum Geburtstag und für das kommende 101. Lebensjahr wünscht sich der älteste Wartauer, dass er gesund bleibt. «Das ist das Wichtigste.»