Autos als zentraler Lebensbereich

Ende Woche übergibt Johann Wanger die strategische Führung der Amag Retail in Buchs seinem Nachfolger Werner Koller. Bis Ende Februar wird er sich noch im Hintergrund engagieren. Noch offen lässt der «Neopensionist», wie er die neue Freiheit geniesst.

Adi Lippuner
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Mit dem VW Camper die Welt bereisen ist für Johann Wanger eine von vielen Optionen im dritten Lebensabschnitt, der nächste Woche beginnt. (Bild: Adi Lippuner)

Mit dem VW Camper die Welt bereisen ist für Johann Wanger eine von vielen Optionen im dritten Lebensabschnitt, der nächste Woche beginnt. (Bild: Adi Lippuner)

BUCHS. Autos spielen für den bald 65jährigen Johann Wanger eine zentrale Rolle. Dies zeigt sein beruflicher Werdegang. Schon seit seiner frühsten Jugend hatten Autos für den gebürtigen Liechtensteiner einen hohen Stellenwert. «Bereits in meiner Jugendzeit haben mich Autos fasziniert.» Speziell die Technik habe es ihm angetan.

So ist er bereits in jungen Jahren sehr eng mit dem Automobilrennsport verbunden gewesen. Er liebe den Wettbewerb auf der abgesperrten Rennstrecke. Damit er sein Hobby ausüben kann, hat er vor einigen Jahren einen Werksrennwagen von VW gekauft. Wie bereits in den vergangenen acht Jahren möchte er auch nächstes Jahr, notabene als Rentner, beim weltbekannten 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wieder mit dabei sein.

Ein Stück Amag-Geschichte

In der Region kennt ihn die Bevölkerung als Chef der Amag Retail in Buchs. «Diese Aufgabe wurde mir vor 15 Jahren übertragen und ich durfte von Heinz Kuhn eine bestens geführte Garage übernehmen.» Johann Wanger ist stolz darauf, dass er 15 Jahre später seinem Nachfolger ein ebenso erfolgreiches Unternehmen übergeben kann. In seine aktive Zeit fallen verschiedene Ehrungen. Unter anderem erhielt seine Garage 2012 den Preis «Dealer oft the Year». Dafür wurde Johann Wanger vom Volkswagenwerk mit der brillanten Ehrennadel in Wolfsburg ausgezeichnet.

Ursprünglich aus einem anderen Beruf, begann Johann Wanger den Einstieg in die Autobranche Anfang der 80er-Jahre, bei der Firma Heidegger in Triesen. «Dort lernte ich von Grund auf, was es bedeutet, einen Garagenbetrieb zu organisieren und zu führen.» Mit dem Sprung «über den Rhein» Mitte der 90er und der Tätigkeit als Geschäftsführer bei der Autorama war erstmals ein Markenwechsel verbunden. «Ich konnte mich gut darauf einstellen, und nach einer gewissen Angewöhnungszeit führte ich das Unternehmen sehr erfolgreich.»

Wechsel zur Amag

Es seien grosse Fussstapfen gewesen, welche Heinz Kuhn hinterlassen hatte. «Ich kam 1999 in einen renommierten Betrieb, den die Familie Kuhn im Rahmen der Nachfolgeregelung Mitte der 90er-Jahre an die Amag verkauft hatte», blickt Johann Wanger zurück.

Parallel zu seinem Einstieg erfolgte der Um- und Ausbau des Standorts Buchs. «Der Konzern nahm schon damals Einfluss auf das Umfeld, in dem die Autos präsentiert werden. Gebaut wurde ein grosser Schauraum für die verschiedenen Modelle der Marken VW, Audi und Porsche.»

Was damals unter einem Dach war, wurde ein paar Jahre später getrennt: «Porsche hat im Jahr 2009 ein neues Zuhause in Maienfeld erhalten und ich durfte diese Ausgliederung begleiten.» Drei Jahre später wurde Audi von VW getrennt. «Der strategische Entscheid des Konzerns war nachvollziehbar, mich hat aber der Verlust vieler treuer Kunden geschmerzt.» Ein Stück weit wird der damalige Entscheid nun mit dem Einstieg des neuen Chefs wieder rückgängig gemacht: VW in Buchs und Audi in Vaduz bleiben räumlich getrennt, kommen aber wieder unter die strategische Führung einer einzigen Person.

Der Beruf auch als Hobby

Johann Wanger bekräftigt: «Ich überquerte den Rhein jeden einzelnen Tag mit grosser Freude, um zur Arbeit zu fahren. Da ich neben der strategischen Geschäftsführung auch aktiv im Verkauf tätig war, habe ich sehr viele schöne Erlebnisse mit unseren Kunden gehabt. Überhaupt: der gute Kontakt zu unseren Kunden und Service- und Vertriebspartnern lag mir sehr am Herzen.» Auch das Wohl seiner Mitarbeiter sei ihm wichtig. «Auch Traditionen wurden in der Amag Buchs immer gepflegt.»

Nun kann sich Johann Wanger vermehrt seinen anderen Hobbies widmen. Körperliche Fitness ist für den Jungpensionisten wichtig. «Touren mit dem Mountainbike sind eine gute Methode, um körperlich fit zu bleiben», verrät Johann Wanger. Ab und zu sei er auch auf dem Golfplatz anzutreffen. Sein Handicap wird er in den nächsten Monaten sicher verbessern.

Aber im Moment freut sich der sportliche Pensionär einfach auf seine neugewonnene Freiheit.