Automatische Züge im Toggenburg testen

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St. Gallen/Toggenburg Die Südostbahn AG (SOB) hat beim Bund ein Gesuch eingereicht, um automatisch fahrende Züge ausprobieren zu können. Dabei soll es weiterhin Personal auf den Zügen geben, das aber durch die Technik unterstützt und entlastet wird.

Für die ersten Versuche, noch ohne Fahrgäste, ist die Strecke von Mogelsberg nach Wattwil im Toggenburg vorgesehen. Dort gebe es modernste Stellwerke und praktisch keine Bahnübergänge sowie bald die neuesten Kommunikationseinrichtungen der Schweiz. Danach soll dann der Pilotbetrieb zwischen Wattwil und Nesslau ausgedehnt werden.

Die SOB plane ein Projekt zum automatischen Fahrbetrieb auf der bestehenden Infrastruktur, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In einem ersten Schritt solle das Personal durch Assistenzsysteme unterstützt und entlastet werden. In den Endbahnhöfen ergäben sich dadurch höhere Streckenkapazitäten und schnellere Wendezeiten, wodurch die Pünktlichkeit nochmals verbessert werde. Ob und wann es dereinst Züge geben werde, bei denen das Lokpersonal nicht mehr im Führerstand sitze, sei noch offen, heisst es weiter.

Erste Testfahrten sind im Jahr 2019 geplant

Die SOB will die Versuche mit bestehendem Fahrmaterial auf der aktuellen Infrastruktur durchführen. In modernen Zügen wie dem «Flirt» könnten Assistenzsysteme helfen, die Automatisierung voranzutreiben. Bei der Infrastruktur seien hingegen punk­tuelle Anpassungen nötig. Erste Testfahrten sollen 2019 stattfinden. Ab 2020 soll das System Schritt für Schritt auch kommerziell genutzt werden. (sda)