Aussichten sind weiterhin positiv

Wie im Vorjahr blicken die meisten Unternehmen in der Region Sarganserland-Werdenberg positiv gestimmt auf das Wirtschaftsjahr 2015 voraus. Die grossen Industriebetriebe sind zuversichtlicher als Kleinst- und Kleinbetriebe.

Thomas Schwizer
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Konnten positive Aussichten für die wirtschaftlichen Erwartungen der Mitgliedsunternehmen im Jahr 2015 präsentieren: Ronny Toldo, Markus Probst (Präsident), Christian Eggenberger (Sekretär) und Patrick Vogler vom Vorstand des Arbeitgeberverbandes Sarganserland-Werdenberg. (Bild: Thomas Schwizer)

Konnten positive Aussichten für die wirtschaftlichen Erwartungen der Mitgliedsunternehmen im Jahr 2015 präsentieren: Ronny Toldo, Markus Probst (Präsident), Christian Eggenberger (Sekretär) und Patrick Vogler vom Vorstand des Arbeitgeberverbandes Sarganserland-Werdenberg. (Bild: Thomas Schwizer)

REGION. «Die Aussichten sind weiterhin positiv, allerdings etwas weniger ausgeprägt als im Vorjahr»: So fasste Christian Eggenberger, Sekretär des Arbeitgeberverbandes Sarganserland-Werdenberg, die Erwartungen der 120 Mitgliedsunternehmen in der Region für das Jahr 2015 zusammen, welche die Jahresumfrage beantwortet haben.

Der Rücklauf betrug gute 55 Prozent, die Firmen stammen aus den verschiedensten Branchen und beschäftigen 6315 Mitarbeitende. Die Ergebnisse der regionalen Befragung, die deshalb als repräsentativ bezeichnet werden können, wurden gestern in Bad Ragaz vorgestellt.

Aufwärtstrend hält an

Netto sind in den teilnehmenden Betrieben für 2015 rund 80 neue Stellen geplant.

Besonders zuversichtlich blicken die Industriebetriebe in der Region auf das kommende Jahr voraus. «Mehrere erwarten eine Steigerung beim Auftragseingang und wollen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen sowie mehr Investitionen tätigen»: So fasste AGV-Präsident Markus Probst die Beurteilung durch die grossen Firmen zusammen. Als Folge dieser «Treiberfirmen» dürften auch die Zulieferbetriebe mit einem guten Jahr rechnen. Als dämpfend für die Aussichten der exportorientierten Industriebetriebe in der Region bezeichnete er die weiterhin gebremste Wirtschaftsentwicklung im EU-Raum.

Christian Eggenberger fügte bei, dass auch grössere Industrieunternehmen, die in letzter Zeit neue Besitzer erhalten hätten, die Aussichten als positiv beurteilen. Das stimme auch den Arbeitgeberverband zuversichtlich. «Wenn es einer Firma nicht so gut läuft, macht sie oft bei der Umfrage nicht mit», wie die Erfahrung zeige.

Auch Dienstleistung positiv

Etwas skeptischer schätzen kleinere Unternehmen ihre Entwicklung im kommenden Jahr ein, was aber je nach Branche in unterschiedlicher Ausprägung der Fall ist.

Die Industrieunternehmen in der Region haben bereits vor Jahresfrist mit einem Ausbau der Anzahl Arbeitsplätze gerechnet. Das setzt sich, leicht abgeschwächt, auch in den Erwartungen für das Jahr 2015 fort. Die im November durchgeführte, aktuelle Umfrage zeigt nun, dass auch, meistens kleinere, Unternehmen der Dienstleistungsbranche mit einem Wachstum rechnen und neue Arbeitsplätze in Aussicht stellen. Das betrifft vorwiegend Firmen, die im Bereich Soziales tätig sind.

Im Bauhaupt- und -nebengewerbe sind die Aussichten der Unternehmen teilweise deutlich unterschiedlich, wie die Umfrageergebnisse zeigen. Generell ist man hier aber eher skeptisch. Auch der Bereich Bauinvestitionen zeigt ein überwiegend negatives Bild. Am Beispiel des Gewerbeparks in Grabs, der von der einheimischen Lippuner-Gruppe realisiert wird, sprach Christian Eggenberger von einem positiven Beispiel für langfristiges Denken.

Hauptsorge hat sich akzentuiert

Nochmals verstärkt haben sich laut dem «Sorgenbarometer» der heimischen Unternehmen die Befürchtungen, dass sich der Fachkräftemangel weiter zuspitzen wird (vgl. Titelseite).

Die absehbare Kontingentierung, als Folge der Zuwanderungs-Initiative, könnte die Möglichkeit, fehlende Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren, deutlich einschränken. Das sorgt bei allen Branchen für Unsicherheiten und Sorgenfalten, wie die AGV-Umfrage offen legt.

Mit der Produktionsverlagerung ins Ausland und den Gebührenerhöhungen stehen bei der Industrie zwei weitere Punkte in der ersten Hälfte des Sorgenbarometer-Rankings.

Franken-Obergrenze ist wichtig

Die weiteren Hauptsorgen werden naturgemäss je nach Branche teilweise recht unterschiedlich gewichtet. Zwar bleibe der starke Schweizer Franken beziehungsweise der schwache Euro für die Exportindustrie weiterhin eine Herausforderung. Die von der Schweizerischen Nationalbank verteidigte Wechselkurs-Stabilität gewährleiste aber eine sehr wichtige Stabilität und Berechenbarkeit, so AGV-Präsident Markus Probst.

Auch die Dienstleistungsbranche bezeichnet die Frankenstärke weiterhin als mittelgrosse Sorge. Insbesondere der Tourismus und der Detailhandel leiden aber anhaltend unter den damit verbundenen Nachteilen gegenüber Mitbewerbern im Euro-Raum. «Mehr Gästeankünfte, aber sie bleiben weniger lang», heisst es beim Grand Resort Bad Ragaz.

Baubranche beklagt Bürokratie

Die Bürokratie und der Verlauf von Bewilligungsverfahren beim Kanton bereiten vor allem der Baubranche und der Dienstleistungsbranche Sorgen. Die Gemeinden werden bezüglich der Bürokratie etwas weniger schlecht beurteilt. Auch Steuer- und Gebührenerhöhungen beschäftigen die Baubranche sowie insbesondere die Dienstleistungsbereich stark.

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