Auf Schritt und Tritt verfolgt

Im Werdenberg speziell, aber auch in anderen Regionen nimmt die Hirschpopulation stetig zu, was zu Konflikten führt. Ein mehrjähriges Forschungsprojekt verfolgt die Tiere nun mittels GPS.

Armando Bianco
Drucken

REGION. Im vergangenen Winter, der eher mild ausgefallen ist, gab es das Bild seltener. Doch in den schneereichen Wintern zuvor waren bei Gams, Grabs und Sennwald grosse Rothirschrudel unterwegs – sogar tagsüber. Dadurch geraten die Tiere vermehrt in den Fokus von Forst, Landwirtschaft, Bevölkerung und Politik. In der Region Werdenberg wurden in den letzten Jahren Rudel mit bis zu 120 Tieren gezählt. Das hat auch zu Konflikten geführt, vor allem in Kreisen der Landwirtschaft.

Die Biologie entschlüsseln

Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde letzten Spätsommer im Kanton St. Gallen und beiden Appenzell ein Forschungsprojekt gestartet, das die vielfältigen Interaktionen dieser Tierart mit dem Menschen in der heutigen Kulturlandschaft eingehend untersucht. Wie bewegen sich die Tiere? Was fressen sie? Wie können sie beeinflusst werden? Diese und andere Fragen soll das Forschungsprojekt entschlüsseln. Untersucht wird das Wanderverhalten in den nächsten drei Jahren in den Regionen Werdenberg, Rheintal, Sarganserland und Säntis.

Stündlich in die Datenbank

Sieben Rothirsche konnten im abgelaufenen Winter mit einem GPS-Sender versehen werden, 20 bis 25 weitere sollen folgen. Sie machen in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden deshalb keinen unbeobachteten Schritt mehr. Stündlich werden ihre Aufenthaltsorte per GPS ermittelt und in einer Datenbank abgespeichert. Daraus lassen sich ihre Wanderrouten ableiten. Erste Informationen erwarten die Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Frühsommer, wenn die Tiere ihre traditionellen Wanderungen in die Sommereinstandsgebiete unternehmen.

• DIE DRITTE

Aktuelle Nachrichten