Auf Digitalnetz umgeschaltet

Seit Dienstag empfangen alle Kunden aus dem gesamten Versorgungsgebiet von Rii-Seez-Net ausschliesslich digitales TV. Darüber haben Kabelnetzbetreiber ausführlich informiert. Trotzdem kam es zu Überraschungen.

Heidy Beyeler
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Ein alter, noch funktionierender Röhrenfernseher muss nicht zwingend entsorgt werden; mit einer speziellen Set-up-box ist er betriebsfähig. Die Bildqualität bleibt aber bescheiden. (Bild: Heidy Beyeler)

Ein alter, noch funktionierender Röhrenfernseher muss nicht zwingend entsorgt werden; mit einer speziellen Set-up-box ist er betriebsfähig. Die Bildqualität bleibt aber bescheiden. (Bild: Heidy Beyeler)

REGION. Seit vergangenem Dienstag sendet Rii-Seez-Net alle Signale digital. Im Vorfeld der Abschaltung der Analogsignale wurden die Rii-Seez-Net-Kunden von den verschiedenen lokalen Kabelnetzanbietern frühzeitig informiert (siehe auch W&O vom 10. Oktober).

Stabsmässige Vorbereitung

Alle Kabelnetzanbieter, die am Rii-Seez-Netz hängen, haben ab Frühjahr eine konzertierte Informationskampagne gestartet, um ihre Kunden darüber zu informieren, dass ab 20. Oktober keine analogen Signale mehr gesendet werden. Von den regionalen Zweckverbänden wurden Wettbewerbe lanciert, um die Leute auf den bevorstehenden Wechsel aufmerksam zu machen. In jedem Gebiet gab es ein digitales Fernsehgerät zu gewinnen.

Die Kampagne war aus der Sicht von Hagen Pönert, Direktor EW Buchs, erfolgreich. «Wir haben uns mit allen Partnern gemeinsam auf den 20. Oktober vorbereitet. Alle haben Sonderpikettdienste mit ausreichendem Personal für diesen und die nachfolgenden Tage organisiert.» Das EW Sennwald beispielsweise verschickte im Namen des Zweckverbandes regionale Antennenanlage Sennwald (RAS) den 644 Kabelnetzabonnenten eine Wettbewerbskarte mit Fragen zum Thema analoges und digitales TV. Gut 16 Prozent der Karten wurden zurückgeschickt. 18 Abonnenten hatten bis dato analogen Fernsehempfang. All diese Kunden wurden telefonisch kontaktiert. Am Tag, als das analoge Signal vom Netz genommen wurde und am Folgetag organisierte das EW Sennwald, wie alle anderen Partner, den Sonderpikettdienst bis 20.30 Uhr – für den Fall, dass doch noch jemand Hilfe braucht. Und was geschah? Nichts. Kein einziger Anruf. Erst am Folgetag meldeten sich einzelne Kunden.

Nicht überall reibungslos

Im Gebiet Weite-Wartau sah es am Ausschalttag etwas anders aus, wie Hans Eggenberger, Fernsehtechnik AG, berichtete. Bereits am Morgen riefen die ersten Kunden an, als etwa um acht Uhr morgens kein analoges Signal empfangen werden konnte. Derzeit haben die Installateure alle Hände voll zu tun im Gebiet Weite-Wartau, um neue Geräte zu installieren oder vorhandene Digitalfernseher zu programmieren. «Da und dort müssen sich die Kunden gedulden», sagt Eggenberger. «Einige von ihnen wollten es nicht wahrhaben, dass das analoge Signal tatsächlich abgeschaltet wird.» Dies obwohl der Zweckverband Gemeinschaftsantennenanlage Wartau (GAW) seine Kunden bereits im Frühjahr informierte. Vielleicht haben einige Kunden nach einem halben Jahr vergessen, dass die analogen Signale am 20. Oktober nicht mehr empfangen werden können.

Ähnliches wird aus dem EW Buchs berichtet. Emanuel Freund, Support, sowie Hagen Pönert hatten geahnt, dass es Reaktionen geben werde und haben Vorbereitungen getroffen. «Die ersten beiden Tage (20./21. Oktober) hatten wir insgesamt rund 2000 Telefonanrufe – auch von Kunden, die ein neueres Fernsehgerät besitzen.» Das Problem konnte in vielen Fällen rasch gelöst werden. Die Besitzer neuerer Fernsehgeräte konnten mit Hilfe der Beratung das Gerät von analog auf digital umschalten. «Mit diesen Informationen erlebten die Anrufer buchstäblich ein Aha-Erlebnis», sagt Hagen Pönert. Gestern wurde es bereits etwas ruhiger mit den Anrufen. «Uns ist es recht, wenn Kunden anrufen und wir ihnen sagen können, dass sie nur ihr Fernsehgerät auf Digitalempfang umstellen sollen, damit es wieder funktioniert.»

Nostalgie kann weiterleben

Für jene, die ihren alten Röhrenfernseher lieben und das Gerät nicht wegwerfen möchten, gibt es eine Möglichkeit, diesen weiterhin zu benutzen. «Mit einer einmaligen Investition von 99 Franken kann eine Box gekauft werden, die dazwischengeschaltet wird. Damit können weiterhin etwa 150 Fernsehsender und 100 Radiosender empfangen werden», erklärt Hagen Pönert. «Nur, die Qualität eines digitalen Fernsehers wird damit nicht erreicht.»