Auf die Naturierung verzichten

Was der Bevölkerung im Projekt –

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Was der Bevölkerung im Projekt –

es liegt bis am 24. März in Buchs öffentlich auf – unter dem Namen Naturierung des Werdenberger Binnenkanals verkauft wird, ist keine Naturierung, sondern eine Denaturierung (Verschandelung) eines sehr gut funktionierenden Naherholungsgebietes. In diesem Projekt gibt es keine natürliche Gewässerstruktur mehr, weil sie durch Bagger gebaut werden und nicht aus der Natur selbst entstehen. Die ehemaligen natürlichen Gewässerstrukturen wurden wegen den Überschwemmungen vor über 120 Jahren kanalisiert und funktionieren einwandfrei.

Heute haben wir im vorgesehenen Naturierungsgebiet einen variantenreichen, gut begangenen, hochwertigen Naherholungsraum (Auenwald) mit genügend Trampelpfaden und Sitzbänken. Der Lebensraum, auch die Strasse und die Wege werden von der Bevölkerung rege genutzt, der ökologisch optimale Lebensraum für Vögel und alle weiteren Wildtiere ist bestehend und bedarf keiner Erneuerung (Einengung).

Im bestehenden Kanal haben Fische und andere aquatische Lebewesen bei normalem Wasserstand, wenn auch nicht unbedingt optimale, so doch gute Lebensbedingungen, nur müsste man in Zukunft dazu beitragen, dass sie auch genügend Nahrung bekommen. Diese bringt ihnen auch kein neugestalteter Wasserlauf und bei Hochwasser sind auch keine besseren Lebensbedingungen zu erwarten.

Durch den Abbau der bestehenden Strasse am Kanal entlang würden die Radfahrer, Skater, land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeuge und auch die Fussgänger auf die neu zu bauende und auszubauende Strasse geleitet (kanalisiert) werden. Die Kollisionen sind programmiert, und von Naherholung ist keine Rede mehr.

Wer kritisiert und/oder bemängelt, muss bessere Vorschläge oder Alternativen haben.

Wir hatten und hätten in der Nähe eine nahezu natürliche Gewässerstruktur: Die Wiesenfurth, ein circa 1,7 bis 2 Kilometer langes, zwischen 25 und 100 Meter breites seichtes Fliessgewässer. Es ist das einzige dieser Art im St. Galler Rheintal und einzigartig für das Laichen der Fische aller Art und somit deren Fortbestand.

Als es noch funktionierte, fanden im Herbst zig Hunderte Felchen aus dem Bodensee den Weg in dieses optimale Laichgewässer. Im Frühling waren es so viele Saiblinge, dass der Wassergrund wie Silber aussah.

Aufgrund dieser effektiven, ökologischen Gegebenheiten wurde auch der Binnenkanal naturnah mit lebensfähigen Jungfischen aller Arten erneuert. Eine Revitalisierung dieses Juwels könnte sicher mit wenig Aufwand und in kürzester Zeit realisiert werden. Zur Verwirklichung bräuchte es wohl nur ein bisschen guten Willen von weitsichtigen Politikern.

Die ökologischen Vorteile einer Revitalisierung dieses Feuchtgebietes sind oben genannt. Die ökonomischen Vorteile sind offensichtlich, die Einsparungen gegenüber dem Projekt Naturierung Binnenkanal könnten sinnvoller in einem anderen Projekt eingesetzt werden, das der Öffentlichkeit viel mehr dient.

Heinz Keller

Eichenaustrasse 6, 9470 Buchs