Auf den Spuren von Wespen und Fliegen

Jährlich treffen sich die Paten, die sich mit einem finanziellen Beitrag für den Erhalt alter Schweizer Rebsorten engagieren, zum Rebpatenfest. Dabei geht es nicht nur um den Besuch bei den «Patenkindern», es gibt auch Informationen rund um den Weinbau.

Adi Lippuner
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Rebpaten befüllen die selbsthergestellten Wespenfallen mit dem flüssigen Lockmittel. (Bild: Adi Lippuner)

Rebpaten befüllen die selbsthergestellten Wespenfallen mit dem flüssigen Lockmittel. (Bild: Adi Lippuner)

FRÜMSEN. Die alten Rebsorten tragen so klingende Namen wie Lafnetscha, Himbeertraube, Briegler, Croetto oder Bondola, um nur einige zu nennen. Insgesamt 135 verschiedene alte Sorten werden im Frümsner Rebberg in der Parzelle für alte Rebsorten gehegt und gepflegt. Die finanzielle Grundlage für diese Aufgabe, welche einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Reben-Biodiversität beiträgt, wird dank der Rebpatenschaften ermöglicht. Sozusagen als Dankeschön für das finanzielle Engagement werden die Paten einmal jährlich zum Treffen in den Staatswingert eingeladen.

«Schatztruhe der Reben»

Trägerschaft des Sortengartens ist der Verein Arca Vitis. Was so viel heisst wie «Schatztruhe der Reben». Und in der Tat, die Schatztruhe hat sich seit der Vereinsgründung im Jahre 2009 prächtig entwickelt, wie Präsident Markus Hardegger bei der Begrüssung betonte. «Es ist wie im richtigen Leben, die einen Patenkinder entwickeln sich prächtig und andere brauchen etwas mehr Pflege.» Das Rebpatenfest ist aber mehr als ein gemütliches Beisammensein, verbunden mit einem Rundgang durch den Sortengarten. Dieses Jahr standen «Geflügelte Feinde, Wespen und Kirschessigfliegen» im Mittelpunkt. In Theorie und Praxis erläuterten Fachleute was es braucht, um die unliebsamen Besucher vom Rebberg respektive den Trauben fern zu halten. Und weil Rebpaten Menschen der Tat sind, wurden sie in die anstehende Arbeit, das Herstellen und Auswechseln von Wespenfallen, mit einbezogen.

Aktive Mitarbeit

Um Wespen und Fliegen mit einem Lockmittel zu fangen, braucht es leere PET-Flaschen ohne Etiketten. Diese werden im oberen Bereich mit fünf bis sechs Löchern versehen. «Nicht zu gross, damit keine Hummeln in die Falle geraten,» so der Rat von Mario Eggenberger, Betriebsleiter im Staatswingert. Die so vorbereiteten Flaschen können mit drei bis vier Deziliter des flüssigen Lockmittels gefüllt werden.

Vor Wespen sicher machen

Dazu braucht es fünf Liter Wasser und drei Kilo Zucker, zusammen aufkochen, dann erkalten lassen, drei Deziliter Weinessig dazu geben. Dies ist wichtig, damit die Bienen nicht in die Falle gehen, dazu drei Deziliter Kochwein und einen halben Liter Bier. Vor dem Befüllen der Flaschen kann das Ganze noch mit der gleichen Menge Wasser verdünnt werden. Dann wenig Abwaschmittel dazu, damit die Oberflächenspannung aufgelöst wird. So schaffen es die Insekten nicht mehr, aus der Flüssigkeit zu kommen. Die Fallen wurden von den Rebpaten im Rebberg verteilt, damit die kurz vor der Ernte stehenden Blauburgunder-Trauben vor den Wespen sicher sind.