Auch neue Lösung wirft Fragen auf

Am Informationsabend zum bevorstehenden Neubau des Bushofes und Umbau des Bahnhofplatzes gab es viele Wortmeldungen zur neuen Verkehrsführung. Zu reden gab auch das Thema öffentliche WC.

Hanspeter Thurnherr
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Beim Apéro im Anschluss an den Informationsteil wurden die Detailpläne angeregt diskutiert. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Beim Apéro im Anschluss an den Informationsteil wurden die Detailpläne angeregt diskutiert. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

BUCHS. Einleitend liess Stadtpräsident Daniel Gut nochmals den strukturellen Planungsprozess der letzten Jahre Revue passieren. Das Leitbild von 2009 definierte Buchs als Regionalzentrum, 2010 zeigte der Masterplan die Entwicklungs jedes Quartiers auf. Darin war die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und des Bushofes ein wichtiger Punkt. Es folgten zwischen 2010 und 2012 der Richtplan mit klaren Aussagen zu Standorten der Hochhäuser und die Zonenplanänderungen.

Nur noch zwei statt drei Spuren

Andreas Rohrer, Projektleiter bei der Bauverwaltung, erläuterte die bisherigen Arbeiten seit der Abstimmung zum Bushof. In einer Projektkommission, in der auch alle Nutzergruppen vertreten waren, wurde das Projekt vertieft, Parteien und Direktbetroffene konsultiert, die übergeordnete Planung erarbeitet und das Projekt beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Auch das Baugesuch mit unter anderem Situations- und Erdgeschossplänen, Schnitten und Ansichten, Entwässerungs- und Strassenplänen wurde eingereicht.

Wie Rohrer erklärte, wurde bezüglich Verkehrsführung, Veloabstellplätzen und der Nutzung des Freiraums beim Gewässer in der Vertiefungsphase einiges geändert. «Wir sind vor allem bei der Vorfahrt Süd über die Bücher gegangen. Hier ist man von den ursprünglichen drei Spuren, wovon eine ausschliesslich für den öffentlichen Verkehr (öV), abgekommen.

SBB zahlen an Veloständer

Neu führt eine Spur auf den Bahnhofplatz. Die Autos wenden dann in die Bereiche der Parkplätze und fahren dann wieder am Beginn der Einfahrt hinaus. So bleibt die zweite Spur weitgehend für den öV frei. «Durch die Reduktion auf zwei Spuren können Fussgänger und Velo einfacher queren», erläuterte Rohrer.

Im Süden des Bahnhofplatzes entstehen 110 zusätzliche und im Norden 240 neue Veloparkplätze. An diesem Veloständer beteiligen sich die SBB zu 50 Prozent. Die Taxis erhalten einen Taxistreifen. Die Stadt plant ein Taxireglement, das unter anderem das Regime auf dem Platz regelt. Beim Freiraum Richtung Giessen wird die Sitzstufe rund 3,5 Meter zurückgenommen. Damit entsteht ein Bewegungsraum und zugleich eine ruhigere Zone. Der Zugang zum Gewässer wird auf einen Ort konzentriert. Der chaussierte Platz wird reduziert. Die verschiedenen Pläne, Gesuche und Projekte werden in der Zeit zwischen dem 30. März und 30. Mai koordiniert aufgelegt.

«Sehr komplizierter Ablauf»

Hans Gantenbein vom Ingenieurbüro Bänziger und Partner erläuterte den «sehr komplizierten Ablauf» der Bauarbeiten. Der Baustart erfolgt an der Fernwärmeleitung im Mai. In der zweiten Etappe wird ein provisorischer Bushof im Süden beim Kreisel Grünaustrasse für vier Busse und einer im Norden eingerichtet. In der dritten Phase wird ab Juni/Juli während 6 bis 7 Monaten zurückgebaut. Ein provisorischer Bushof im Norden ermöglicht die Teilsperrung des Bahnhofplatzes. Ab Herbst beginnt der eigentliche Neubau des Bushofes, was eine Totalsperre des Platzes zur Folge hat. Wenn alles nach Plan läuft, soll der neue Bahnhofplatz samt Bushof 2018 fertig sein.

Mehr öffentliche WC gewünscht

Die Frage- und Diskussionsrunde zeigte: Etliche Votanten zweifeln, dass die künftige Verkehrsführung auf dem Bahnhofplatz funktioniere – trotz der Änderungen. Bemängelt wurde auch, dass man die Gelegenheit nicht nutze, um im Bahnhof den Treppenaufgang aus der Unterführung durch eine bessere Lösung zu ersetzen, zum Beispiel durch eine Rampe oder gar eine Verlängerung der Unterführung bis zum künftigen Bushof.

Bemängelt wurde auch, dass das WC im Bahnhof für Behinderte oder Eltern mit Kinderwagen nicht erreichbar ist. Der Bereich des Veloständers stinke grausig, weil er oft zum Urinieren missbraucht werde. Überhaupt, so mehrere Wortmeldungen, würde sich die Bevölkerung mehr öffentlich zugängliche WCs bei den Spielplätzen nahe der Schulen wünschen. Weiters wurde darauf hingewiesen, dass der künftige Weg vom Park+Rail zum Gleis 4 und 5 sehr lang werde.