«Auch mal positiv denken»

Der Antrag des Seveler Gemeinderates zur Senkung des Steuerfusses ist gemäss dem Gemeindepräsidenten intensiv diskutiert worden und gründe auf einer gesunden Finanzbasis.

Thomas Schwizer
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SEVELEN. «Wir dürfen nicht immer nur jammern und in die Hiobsbotschaften einstimmen, sondern auch mal positiv denken»: Der Seveler Gemeindepräsident Roland Ledergerber sieht deshalb im Antrag des Gemeinderats zuhanden der Bürgerversammlung vom 25. November auch ein psychologisch wichtiges Zeichen. Die Steuerfusssenkung sei auch ein antizyklisches Verhalten, erklärte Ledergerber gestern auf Anfrage des W&O.

Der Finanzplan bis 2019 zeige, dass eine Steuerfusssenkung für Sevelen aus Sicht des Gemeinderates zu verantworten ist. Wesentlich sei es, die Ausgaben im Griff zu haben, was dank der Finanzstrategie und striktem Kostenmanagement geschehe.

Steuereinnahmen steigen an

Der Antrag, den Gemeindesteuerfuss für das Jahr 2015 um 6 auf neu 139 Prozent zu senken, sei vom Gemeinderat intensiv diskutiert und seriös geprüft worden. Die sich seit 2013 verbessernde finanzielle Basis und die Aussichten für die nächsten Jahre würden diesen Schritt guten Gewissens erlauben.

Der gesamte Steuerertrag in der Rechnung 2013 betrug 14,31 Mio. Franken. Im laufenden Jahr werden 14,59 Mio. erwartet, 550 000 Franken mehr als budgetiert. Hier sind Einmaleffekte von circa 400 000 Franken enthalten.

Im Budget 2015, über das an der Bürgerversammlung vom 25. November entschieden wird, werden Fiskalerträge von 14,46 Mio. erwartet. Zum einen steige die Anzahl der Steuerzahler an, zudem erhöhe sich das steuerbare Einkommen der privaten Haushalte leicht, wie den Erläuterungen im Voranschlag zu entnehmen ist. Der Finanzplan rechnet auch für die weiteren Jahre bis 2019 mit einem jährlichen Steuerwachstum von jeweils 2 Prozent.

Geringe Verschuldung

Die Seveler Gemeindefinanzen stehen nach Beurteilung des Gemeinderates heute auf einer soliden Basis. So wird die Reserve für künftige Ausgabenüberschüsse trotz der Steuerfusssenkung laut Budget 2015 bis Ende des kommenden Jahres auf 5,78 Mio. Franken steigen. 2014 und 2015 wird mit einem Gewinn von insgesamt 1,564 Mio. Franken gerechnet.

Zudem zeigt der Finanzplan, dass sich die Verschuldung pro Einwohner bis Ende 2015 auf 1002 Franken reduzieren wird. Dazu tragen auch Sonderabschreibungen bei, die vorgenommen werden können. Die langfristige Verschuldung beträgt rund 7,5 Mio. Franken (Sporthalle Gadretsch).

Wichtig sei für den Gemeinderat, dass sich die Gemeinde nicht stärker verschulde. So sollen die steuerfinanzierten Investitionsvorhaben grundsätzlich aus dem betrieblichen Geldfluss finanziert werden können.

Betagtenheim-Neubau

Nicht berücksichtigt im Finanzplan ist die Investition ins neue Betagtenheim, da es sich dabei um eine Spezialfinanzierung handelt, erklärt der Gemeindepräsident. Grundsätzlich seien deshalb die Kosten dafür durch die Einnahmen aus dem Heim zu decken – bis auf einen möglichen, relativ geringen Gemeindezuschuss.

Zudem stehe derzeit der Zeitpunkt der Realisierung des Neubaus noch nicht fest. Er hänge vom Verlauf der Planung, Umzonung etc. ab.

Bürgerversammlung Politische Gemeinde Sevelen, Dienstag, 25. November, 20.00 Uhr, im Gemeindesaal.