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Armutsfallen schnappen häufiger zu

Die Regionalstelle Sargans der Caritas St. Gallen-Appenzell setzt sich mit Beratungen und Projekten für armutsbetroffene, ausgegrenzte und in Not geratene Menschen ein. Die Mitarbeitenden suchen mit Betroffenen Wege und leisten unbürokratische Überbrückungshilfe.
Lorenz Bertsch, Leiter der Caritas-Regionalstelle Sargans

Die Regionalstelle Sargans der Caritas St. Gallen-Appenzell setzt sich mit Beratungen und Projekten für armutsbetroffene, ausgegrenzte und in Not geratene Menschen ein. Die Mitarbeitenden suchen mit Betroffenen Wege und leisten unbürokratische Überbrückungshilfe. Vermehrt wird deutlich: Schicksalsschläge, Tieflohnsegment, steigende Wohnungsmieten und die jährlich steigenden Krankenkassenprämien sind Hauptgründe, in die Armutsfalle zu geraten.

Armut hat Auswirkungen auf viele Lebensbereiche wie Arbeit, Bildung, Wohnen, Gesundheit, soziale Kontakte und Freizeit. Armutsbetroffene haben in unserer Gesellschaft wenig Handlungs- und Teilnahmemöglichkeiten, beispielsweise im Freizeitbereich. Selten gelingt aus einer Armutssituation heraus ein fachlich-beruflicher Aufstieg. Sind die Eltern arm, hat das zusätzlich Auswirkungen auf den Alltag der Kinder. Geschenke für den Kindergeburtstag sprengen das Budget, der Kauf der Bergschuhe für das Schullager liegt eigentlich nicht im Budget drin. Fatal ist, dass armutsbetroffene Kinder meist nicht nur in der Kindheit am Rand der Gesellschaft stehen und ausgegrenzt sind, sondern häufig auch im späteren Leben.

Ein wesentlicher Faktor für Armut sind hohe Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Für Bewerberinnen und Bewerber mit geringer beruflicher Qualifikation oder gesundheitlichen Problemen wird es immer schwieriger, im Berufsleben zu bestehen oder nach Arbeitslosigkeit eine neue Stelle zu finden. Zudem garantiert ein Arbeitsplatz nicht, dass das Geld reicht: 2014 waren in der Schweiz 123 000 Personen trotz Erwerbstätigkeit armutsbetroffen. Vielfach führt aber ein Schicksalsschlag in eine Notsituation. Ein Beispiel aus der Praxis der Beratungsstelle: Ein Familienvater erleidet einen Schlaganfall, der Lohn reduziert sich von 5100 Franken auf 80 Prozent, das heisst auf 4080 Franken. Zur lebensbedrohlichen Krankheit kommen grosse finanzielle Sorgen. Die vierköpfige Familie ist auf sich alleine gestellt und weiss nicht, wo sie Unterstützung erhalten kann. Ein Beispiel, wie es sich in unserer Nachbarschaft abspielen kann.

Menschen, die trotz Arbeit am Existenzminimum leben, beziehen keine Sozialhilfe und tragen alle Kosten selber. Schon eine Mehrausgabe wie eine Zahnarztrechnung oder eine hohe Nebenkostenabrechnung kann zum finanziellen Kollaps führen. Die auch auf 2017 weiter steigenden Krankenkassen verschärfen das Problem. Seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes 1996 sind die Krankenkassenprämien im Durchschnitt um über 300 Prozent gestiegen, der Lohn von Arbeitnehmenden im Tieflohnsegment erhöhte sich im gleichen Zeitraum um lediglich vier Prozent. Genauso verhält es sich mit den steigenden Mietkosten. Günstiger Wohnraum wurde in den vergangenen Jahren knapper, Mietkosten betragen bis zu 40 Prozent des Lohnes, optimal wären höchstens 25 Prozent.

Damit die Caritas Regionalstelle Sargans und der kirchliche Sozialdienst Seelsorgeeinheit Werdenberg armutsbetroffene Menschen mit Not- und Überbrückungshilfe helfen können, ist man auf Spenden angewiesen. PC 90-155888-0, IBAN: CH57 0078 1011 0356 4620 7, Caritas St. Gallen-Appenzell, Zürcherstrasse 45, 9013 St. Gallen, Vermerk: «Caritas Sargans».

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