Arbeiten macht stolz

Menschen mit Beeinträchtigungen in die Arbeitswelt integrieren bringt den Unternehmen viel. Das Forum Integration im Rahmen der Wiga will diese Erfahrungen Unternehmen näher bringen.

Hanspeter Thurnherr
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In der Lukashaus-Werkstatt im Grabser Industriegebiet werden auch Auftragsarbeiten ausgeführt. Willkommene Beschäftigung für Personen mit einer Beeinträchtigung. Esther Bott erklärt das Verpacken eines Rundbriefes. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

In der Lukashaus-Werkstatt im Grabser Industriegebiet werden auch Auftragsarbeiten ausgeführt. Willkommene Beschäftigung für Personen mit einer Beeinträchtigung. Esther Bott erklärt das Verpacken eines Rundbriefes. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

BUCHS. Im Rahmen der Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung Wiga lädt das Netzwerk «sgsuedfl.ch» (siehe Kasten) am Donnerstag, 10. September, von 15 bis 17 Uhr zum Forum Integration ein.

Dabei stehen zwei Fragen im Zentrum. Wie profitieren Unternehmen, die Menschen mit Beeinträchtigungen eine Chance geben? Wie profitieren das Werdenberg, die Gesellschaft und die Klienten von echter Integration?

Impulsreferat zum Auftakt

Eröffnet wird der Anlass mit dem Impulsreferat «Mitschaffe.ch – Warum siebzig Schaffhauser Unternehmen sich auf Integration eingelassen haben» von Thomas Bräm aus Beringen. Anschliessend diskutieren fünf Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer zum Thema «Macht Integration erfolgreicher? – Möglichkeiten und Grenzen». Es sind dies der St. Galler CVP-Nationalrat Köbi Büchler, Maseltrangen; alt Kantonsrat Paul Schlegel, Grabs; Silvia Hermann, Verein Swiss Cross, Altstätten; Claudia Siegrist, Heilpädagogische Schule Trübbach, und Heimo Steriti, Buchs, Vater eines behinderten Kindes.

Zur Sprache kommen dabei Ansätze der Heilpädagogischen Schule, des Vereins Swiss Cross, welcher Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung Schritt für Schritt zurück ins Arbeitsleben begleitet, und von Cavere, welche die Rehabilitation nach einem Klinik- oder Heimaufenthalt fördert.

Bewusstsein schärfen

«Wir möchten mit diesem Anlass besonders bei Unternehmen und Unternehmern das Bewusstsein schärfen, dass Menschen mit Beeinträchtigung in einer Firma arbeiten können. Manchmal vielleicht nur für eine gewisse Anzahl Stunden pro Woche», erklärt Hubert Hürlimann, Leiter der Lukashaus Stiftung, welche bei «sgsuedfl.ch» Mitglied ist.

In einer Firma zu arbeiten, mache die Klienten stolz. Kontakte knüpfen und das Netzwerk ausbauen sei ein wichtiges Ziel dieses Anlasses. «Es ist mehr Arbeitsintegration möglich, als man denkt. Dies möchten wir den Unternehmen nahe bringen», verdeutlicht Hürlimann. Deshalb kommt dem «Vernetzungs-Apéro» als Teil des Anlasses eine wichtige Rolle zu.

«Ausgezeichnetes» Beispiel

Ein gutes Beispiel für die Integration eines Menschen mit einer Beeinträchtigung ist die Firma Kern-Studer AG aus Samstagern. Sie ist für ihr Göttisystem im Jahre 2014 mit dem «This-Priis» ausgezeichnet worden, einem Preis für Unternehmen, die Menschen mit einem Handicap integrieren (www.this-priis.ch).

«Wir integrieren die beiden handicapierten Angestellten so gut wie nur möglich, aber wir versuchen auch, sie weiterzubringen», sagte Geschäftsführer Urs Studer in einem Zeitungsartikel. Weiterbringen heisst für ihn, Pflichten, auch unliebsame, in Eigenregie selbstverantwortlich zu übernehmen und zuverlässig zu erfüllen – eine der Grundanforderungen der Arbeitswelt.

Forum Integration: Donnerstag, 10. September, 15 bis 17 Uhr, an der Wiga in Buchs