ARA Wartau rückt näher an Sargans

Seit Anfang dieses Jahres ist das Personal der ARA Wartau beim Zweckverband Saar, Betreiber der ARA Sargans, angestellt. Wegen grosser Erneuerungsinvestitionen, die in der Wartauer Anlage anstehen, und zur Kostenoptimierung ist ein kompletter Zusammenschluss angedacht.

Thomas Schwizer
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Bis im Jahr 2025 besteht in der ARA Wartau (Bild) hoher Erneuerungsbedarf. Ein Anschluss an die ARA Sargans wird deshalb ins Auge gefasst. (Bild: pd)

Bis im Jahr 2025 besteht in der ARA Wartau (Bild) hoher Erneuerungsbedarf. Ein Anschluss an die ARA Sargans wird deshalb ins Auge gefasst. (Bild: pd)

WARTAU/SARGANS. Vor zehn Jahren übernahm Peter Müller, damals Betriebsleiter der ARA Wartau, zusätzlich die Führung der ARA in Sargans. Das hat sich aus Sicht der Trägerschaften der beiden Anlagen – der Gemeinderat Wartau und der Zweckverband Saar – bestens bewährt. Deshalb wurden weitere Synergien geprüft, um eine nachhaltige Abwasserbehandlung sicherzustellen und gleichzeitig Kosten einsparen zu können.

Gemeinsam Synergien genutzt

Die gemeinsame Betriebsorganisation erwies sich als zweckmässig und kostengünstig und wurde in den folgenden Jahren schrittweise intensiviert. Unter anderem wurde 2006 das Labor der beiden ARA zusammengelegt, was einen professionelleren Betrieb und eine Kosteneinsparung brachte.

Es folgte eine gemeinsame Pikettorganisation. Damit konnten die personellen Ressourcen entlastet und die Betriebssicherheit gesteigert werden, betont Betriebsleiter Peter Müller in der Jubiläumsbroschüre «10 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit ARA Sargans und ARA Wartau».

Mitarbeiter übernommen

Seit Anfang dieses Jahres sind nun alle Mitarbeiter der ARA Wartau beim Zweckverband Saar, der Trägerin der ARA in Sargans, angestellt. Es sind zwei Mitarbeiter sowie ein Auszubildender. Nicht ersetzt worden ist ein Mitarbeiter der ARA Wartau, der in Pension gegangen ist. Wartau zahlt nun die effektive Arbeitsleistung, welche die Mitarbeiter für die ARA Wartau erbringen, wie der Wartauer Gemeindepräsident Beat Tinner gegenüber dem W&O sagt. Dass alle Mitarbeitenden für beide ARA arbeiten, sei ein Vorteil.

Kosten sparen

Ein wichtiges Ziel der mit diesem jüngsten Schritt weiter intensivierten Zusammenarbeit sind Kosteneinsparungen. Mit der Zusammenführung des Personals könnten die effektive Stellenprozente für die ARA Wartau von heute 300 auf rund 250 gesenkt werden, hält der Wartauer Gemeindepräsident fest. Das wirke sich positiv für die Gebührenzahler in der Gemeinde Wartau aus, die heute deutlich mehr für die Abwasserentsorgung zahlen müssen als ihre Sarganser Nachbarn.

Die Finanzen sind auch ein wichtiger Grund, warum bis ins Jahr 2025 ein kompletter Zusammenschluss der beiden ARA angedacht ist. Für die ARA Wartau ist bis in zehn Jahren nämlich mit massiven Investitionen in den Werterhalt und die Erneuerung der Anlagen zu rechnen, um den immer höheren Anforderungen im Umweltschutzbereich zu genügen, wie Beat Tinner bestätigt.

Tiefere Gebühren für Wartau

2013 wurde gemeinsam ein Strategiepapier «Abwasserentsorgung 2025» erarbeitet. Es zeigte sich, dass die spezifischen Kosten der Abwasserentsorgung bei grösseren Anlagen tiefer liegen.

In einer finanziell langfristigen Betrachtung wurde ein Anschluss der ARA Wartau an die ARA in Sargans respektive in Buchs untersucht. In Buchs seien die Kapazitäten dafür nicht vorhanden, in Sargans schon, erklärt Tinner. «Pumpen müssten wir nach Sargans und nach Buchs», fügt Betriebsleiter Peter Müller bei. Bei einem Anschluss in Sargans würden die Gesamtkosten für die Abwasserreinigung des Abwasserverbandes Saar und der Gemeinde Wartau knapp 9 Prozent niedriger ausfallen, ergaben die Abklärungen.

Wartau visiert deshalb einen Anschluss an Sargans und schliesslich einen Beitritt zum Zweckverband Saar an – der die Abwasserreinigung in Sargans, Vilters-Wangs und Teilen von Mels besorgt. Laut Tinner dürfte Wartau dann günstigere Abwassergebühren erwarten. «In einer demokratischen Mitwirkung könnte die Bevölkerung über einen allfälligen Zweckverbandsbeitritt entscheiden», betont er.