ARA Buchs vor Gesamterneuerung

Die ARA Buchs braucht eine Erneuerung. Bis im Herbst sollen dazu dem Abwasserverband Buchs-Sevelen-Grabs das Konzept vorgelegt und die Kosten der ersten «Etappe» im Budget 2016 veranschlagt werden.

Reto Neurauter
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BUCHS. Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Buchs steht nun im 20. Betriebsjahr, nachdem 1997 eine umfassende Erweiterung erfolgte. «Doch nun haben einige Teile ein Alter erreicht, wo sie oft nur schwierig oder auch gar nicht mehr ersetzt werden können», erklärte Betriebsleiter Heinz Müntener anlässlich der Delegiertenversammlung vom Donnerstag vor Ort. Die Anlage laufe täglich 24 Stunden und 365 Tage im Jahr gut, so Müntener. Er stellte fest: «Vor 25 Jahren hat man gut geplant, doch nun ist es Zeit für Investitionen.»

Dennoch: «Die Anlage erfüllt nach wie vor alle gesetzlichen Anforderungen», bestätigte Christoph Baumann, stellvertretender Leiter Abteilung Wasser beim Amt für Umwelt und Energie des Kantons St. Gallen.

Viele Faktoren zusammentragen

Das freut natürlich den Präsidenten des Abwasserverbandes, den Buchser Stadtpräsidenten Daniel Gut. «Dennoch ist nun offensichtlich, dass eine Gesamterneuerung unumgänglich sein wird.» Für Abklärungen dazu lasse man sich so viel Zeit wie nötig, so Gut. «Verschiedene Faktoren tragen wir zusammen oder sind schon bekannt, angefangen zum Beispiel beim Bevölkerungswachstum, bei der Berechnung der Einwohnergleichwerte aus Gewerbe- und Industriebetrieben oder bei den gesteigerten Anforderungen an Kläranlagen», so Gut.

Hier erwähnte er die Mikroverunreinigungen, die in einer vierten Stufe dereinst geklärt werden. Mikroverunreinigungen stammen aus verschiedenen Produkten und Gegenständen. Das können zum Beispiel hormonaktive Substanzen sein. In der ARA Buchs soll dereinst eine zusätzliche Reinigungsstufe (Pulveraktivkohle-Behandlung) zur Entfernung der Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser eingebaut werden.

Ja zu Rechnung und Budget

All diese Abklärungen führen nun dazu, so Gut, dass der Finanz- und Investitionsplan eine Überarbeitung erfahren wird. «Damit können wir wohl auch die Forderungen der Geschäftsprüfungskommission erfüllen», erklärte Gut. Diese hatte Verständnis gezeigt für die Rückstellungen und die grosszügige Budgetierung wegen des Alters der Anlage. Sie fragte sich aber, ob der gesteigerte Betriebsaufwand eine Folge des Alters oder der höheren Anforderungen sei.

Sie stützte ihre Feststellung darauf ab, dass im Jahr 2013 knapp über 3,5 Millionen, 2014 etwas mehr als 3,8 und für das laufende Jahr 4,19 Millionen Betriebsaufwand budgetiert sind.

Dieser Aufwand lag dann aber für das vergangene Jahr doch 332 470 Franken unter dem Budget, so dass der Kostenanteil der drei Gemeinden tiefer ausfiel als veranschlagt: Für Buchs betrug er 1,899 Millionen Franken (minus 174 710 Franken gegenüber dem Budget), für Sevelen 1,078 Millionen (minus 93 490) und für Grabs 825 106 Franken (minus 64 250).

Die Jahresrechnung für das vergangene und das Budget für das laufende Jahr fanden bei den Delegierten einhellige Zustimmung.

Resultat im Herbst

Sei das vergangene Jahr ein ereignisreiches und anspruchsvolles gewesen, so stehe das laufende ihm wohl in nichts nach. «Der Bauausschuss hat bereits an mehreren Sitzungen unter anderem die komplexen Themen rund um den Verkauf des Klärgases, die Energieoptimierungsmassnahmen und den Ersatz der Notstromanlage zur Entscheidung geführt», so Abwasserverbandspräsident Daniel Gut.

Nun führe man die Planung für die Gesamterneuerung der ARA Buchs bis im Herbst dieses Jahres zum Abschluss. «Unsere Planung soll in die Richtung gehen, dass die Gebühren keinen allzu starken Schwankungen ausgesetzt werden», betonte Gut. Abschliessend ist er überzeugt, dass hier der Investitionsplan mehr Klarheit geben wird.

Es bleibt, wie es war

Geklärt werden konnten in der Zwischenzeit auch die Kooperationen nach Norden und Süden.

Mit Gams und Sennwald habe man eine nähere Kooperation betreffend Klärschlammtrocknung abgeklärt, so Daniel Gut gegenüber dem W&O. Gams und Sennwald werden es auch in Zukunft in Eigenregie tun. Das sei auch für Wartau in Sargans so.

Wie weit die Gemeinde Wartau in ihrer Abwasserplanung einen Zusammenschluss nach Buchs als Alternative geprüft habe, entziehe sich seiner Kenntnis. Gut ist aber der Ansicht, dass die Wartauer sich den Anschluss nach Sargans gut überlegt haben werden.

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