Anwalt trickst bei Kürzung der Rechtsschrift

ST. GALLEN. Das Bundesgericht hat einen Entscheid des Verwaltungsgerichts St. Gallen bestätigt, das auf eine Beschwerde eines Anwalts nicht eingetreten ist. Dieser hatte seine 55seitige Eingabe gemäss Aufforderung des Gerichts auf 25 Seiten reduziert, allerdings auf zweifelhafte Art und Weise.

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ST. GALLEN. Das Bundesgericht hat einen Entscheid des Verwaltungsgerichts St. Gallen bestätigt, das auf eine Beschwerde eines Anwalts nicht eingetreten ist. Dieser hatte seine 55seitige Eingabe gemäss Aufforderung des Gerichts auf 25 Seiten reduziert, allerdings auf zweifelhafte Art und Weise.

Anstatt seine vom Gericht als weitschweifig bezeichneten Darlegungen inhaltlich zu kürzen, wählte der Anwalt eine neue Schrift, reduzierte die Seitenränder und verkleinerte die Zeilenabstände. So hatten im neuen Layout mehr als doppelt so viele Wörter Platz auf einer Seite. Weil die Aufforderung zur Straffung der Eingabe klar begründet gewesen war, ist das Bundesgericht zum Schluss gekommen, dass das Verwaltungsgericht zu Recht nicht eingetreten war.

Die Beschwerde hatte der Anwalt in eigener Sache verfasst: Er war vergangenes Jahr von der Anwaltskammer gebüsst worden, weil er nach der Einreichung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung bei einem Mandanten Kostenvorschüsse erhoben und auch erhalten hatte. (sda)

(Urteil 2C_204/2015 vom 21.7.2015)