Ansturm auf neue Disziplin

Am 10. September findet im Werdenberg erstmals eine Horse-Challenge statt. Diese Vielseitigkeitsprüfung fordert Pferd und Mensch heraus und soll vor allem Spass machen.

Corinne Hanselmann
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OK-Mitglied Brigitte Wiedmer zeigt mit ihrem Pferd Mister ein mögliches Hindernis der Horse-Challenge vor. (Bild: Corinne Hanselmann)

OK-Mitglied Brigitte Wiedmer zeigt mit ihrem Pferd Mister ein mögliches Hindernis der Horse-Challenge vor. (Bild: Corinne Hanselmann)

WERDENBERG. Interessiert beschnuppert Haflinger-Wallach Mister die hölzerne «Brücke», die auf einer blauen Plastikblache steht und neben der verschiedene bunte Dinge plaziert sind. Vorsichtig setzt er einen Huf auf das Holz und wundert sich über den seltsamen Klang, den die hohle «Brücke» erzeugt. Mit Körpersprache und Stimme fordert ihn seine Besitzerin Brigitte Wiedmer auf, trotzdem auf die andere Seite zu laufen. Er vertraut ihr und absolviert das Hindernis souverän.

Solche und ähnliche Aufgaben werden ein Teil der Horse-Challenge sein, die im September zum ersten Mal in der Region Werdenberg und sogar zum ersten Mal überhaupt in dieser «Ecke» der Schweiz stattfindet.

Der Spass steht im Vordergrund

Die Vielseitigkeitsprüfung Horse-Challenge wird seit einigen Jahren vom Schweizer Freizeitreitverband SFRV angeboten. Sie besteht aus vier verschiedenen Teildisziplinen (siehe Kasten). Teilweise wird der Vierbeiner geritten, teilweise geführt. Den Pferd-Mensch-Teams, vorwiegend sind es Freizeitreiter mit Pferden und Ponies verschiedenster Rassen, werden Aufgaben gestellt, bei denen sie die Zusammenarbeit, die Harmonie und das Vertrauen zueinander unter Beweis stellen können. Die Aufgaben werden von Richtern mit Punkten bewertet.

Mitmachen dürfen übrigens auch Esel und Maultiere. Jeder Teilnehmer entscheidet selber, ob er in der geführten oder gerittenen Kategorie und auf welcher Schwierigkeitsstufe (leicht, mittel, schwer) er mitmacht.

Nebst drei Parcours auf dem Gelände der Reithalle Werdenberg absolvieren die Teilnehmer zusätzlich eine Geländestrecke zu Fuss oder im Sattel. Unterwegs erwarten sie einige Geländehindernisse. Die erreichten Punkte aller vier Teile werden zusammengezählt.

Doch eigentlich gehe es nicht um den erreichten Rang, sagt Claudia Schwendener, die Initiantin der Horse-Challenge Werdenberg, sondern um den Spass. «Mensch und Pferd sollen zusammen einen schönen Tag verbringen, etwas Neues lernen und Spass haben», wünscht sie sich für den 10. September. Die 29jährige Buchserin ist selbst seit Kindesbeinen ein Pferdenarr und führt auf dem Landwirtschaftsbetrieb, den sie nach und nach von den Eltern übernimmt, einen kleinen Pferdepensionsbetrieb. Sie ist über das Internet auf die Horse-Challenge gestossen, hätte gerne mitgemacht, doch immer fanden sie im Raum Westschweiz–Bern statt. So sagte sie sich: «Wenn schon kein Anlass in der Nähe stattfindet, muss ich halt selber etwas organisieren.»

Skepsis gegenüber dem Neuen

Der Reitverein Werdenberg organisiert regelmässig Turniere der traditionellen Disziplinen Springreiten, Dressur und Military. Doch Anlässe für Freizeitreiter standen erst selten auf dem Programm. Deshalb stiess Claudia Schwendener bei ihrem Verein erst einmal auf Skepsis, als sie vorschlug, eine Horse-Challenge auf die Beine zu stellen. Mit etwas Überzeugungsarbeit gelang es ihr aber, den Vorstand zu überzeugen, und sie darf nun auf dessen Unterstützung zählen. Gemeinsam mit Raffaela Marzullo und Brigitte Wiedmer bildet sie das Organisationskomitee.

Bereits fast ausgebucht

Die Anzahl Startplätze für die Horse-Challenge ist auf 65 beschränkt. Einerseits aus zeitlichen, aber auch aus Platzgründen. Obwohl der Anlass zum ersten Mal stattfindet, stösst er auf grosses Interesse: Die Startplätze sind bereits fast ausgebucht. Es wird eine Warteliste geführt.

Auch für Zuschauer wird der Anlass einiges bieten, laufen doch von morgens bis abends drei der Teilprüfungen parallel bei der Reithalle Werdenberg.

Claudia Schwendener OK-Präsidentin der ersten Horse-Challenge Werdenberg (Bild: Corinne Hanselmann)

Claudia Schwendener OK-Präsidentin der ersten Horse-Challenge Werdenberg (Bild: Corinne Hanselmann)