ALTSTÄTTEN: Ex-Gemeindepräsident erhält ein Jahr Gefängnis

Er war ein angesehener Mann und brachte es bis zum Gemeindepräsidenten von Berneck. Wegen Internet-Pornografie mit Kindern erhielt er nun vom Kreisgericht die Quittung.

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Der 55-Jährige trat am Mittwoch im Altstätter Rathaus vor den Einzelrichter des Kreisgerichts Rheintal. Gefasst verfolgte er die Verfehlungen, die ihm der Richter vorhielt: Das Herunterladen und Abspeichern von Hunderten ­Bildern und Videos mit minder­jährigen Mädchen in aufreizenden Posen sowie sexuell motivierte Gewaltdarstellungen. Dazu kamen Fantasien vom Quälen und Töten von Kindern, die er mit einem Gleichgesinnten in einem Chat austauschte.

Nach den Vorträgen der Staatsanwältin sowie seines Verteidigers ergriff der Ex-Politiker dann aber doch noch das Wort. «Ich habe mit meinem Verhalten ­meine Familie, Freunde und Arbeitskollegen aufs Gröbste enttäuscht», sagte der Angeklagte mit stockender Stimme. Seine Vergehen seien strafrechtlich ­relevant und moralisch verwerflich. Leider könne er nichts ungeschehen machen. «Es gibt keine Worte dafür, wie sehr ich alles bereue», so der 55-Jährige, der nach seinem Ausscheiden aus dem Bernecker Gemeindepräsidium zwei Jahre lang arbeitslos war und sich mit Temporärjobs durchschlug, nun aber wieder eine Festanstellung zugesichert er­halten hat.

Der Verteidiger bekannte, es sei teils hart gewesen, den Schilderungen der Verfehlungen seines Mandanten zuzuhören. Der Mann wisse, dass er für seine Fehler geradezustehen habe. Er betonte die Reue seines Mandanten, die kein Lippenbekenntnis sei. Die Verhandlung wurde im abgekürzten Verfahren durch­geführt – das bedeutet, dass der Beschuldigte geständig war und die beantragte Strafe akzeptiert hatte. Diese besteht in einer ­unbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, die zu Gunsten einer Therapie aufgeschoben wird. (dwa)11