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ALT ST. JOHANNN: Klangfestival Toggenburg feiert einen tollen Auftakt

Mit dem Jodlerklub Wattwil und stimmstarken Gästen aus Polen und Vietnam eröffnete das Klangfestival Toggenburg sein diesjähriges Programm. Das reichhaltige Konzert faszinierte und weckte Neugier.
Der Jodlerklub Wattwil mit Gästen eröffnete das Klangfestival Toggenburg. (Bild: Daniel Ammann)

Der Jodlerklub Wattwil mit Gästen eröffnete das Klangfestival Toggenburg. (Bild: Daniel Ammann)

Peter Küpfer

Die Ingredienzien zum musikalischen «Mehrgang-Menu» in der Alt St. Johanner katholischen Kirche waren stark. Sie reichten vom Heimischen über Verwandtes bis hin zu faszinierender Exotik. Dafür sorgten die stimmstarken Jodler und Vorjodler des Jodelklubs Wattwil (Leitung Ruedi Roth), das Frauen-Trio Sutari aus Polen und der facettenreiche Vokal- und Instrumentalsolist Ngo Hong Quang aus Vietnam.

Wattwiler eröffnen reichhaltiges Programm

Das Programm überzeugte durch seine grosse Reichhaltigkeit. Den Anfang machte der Jodelklub Wattwil mit ausgesuchten Naturjodeln und Jodelliedern, wie gewohnt sorgfältig gestaltet. Dass die Toggenburger Tradition auch neue Impulse aufnimmt, kam in mancher kühn reibenden Harmonie zum Ausdruck, so auch im eindrücklich gestalteten Jodellied zum Thema Hoffnung aus der Feder von Ruedi Roth. Seine bewegenden Molltöne gingen unter die Haut, nachhaltig.

Mit grosser innerer Freude und einfallsreicher Gestaltung brachten das Trios Sutari polnisches Temperament auf die Bühne. In ihren Beiträgen bezeugten sie die in ihrer Tradition gepflegte Verschmelzung der Stimmen. In den hohen Lagen konnte diese Intensität auch bedrohliche Dimension annehmen, besonders wenn es um sehr schöne Frauen und Hexenwesen ging, und darum ging es wiederholt. Der Hohn, der Zorn und das Höllengelächter der verschmähten schönen Frau wird manchem männlichen Zuhörer Schauer über den Rücken gejagt haben, zerstörte ihr Fluch in einem ausgelassen vorgetragenen Volkslied doch die Funktion eines besonders sensiblen männlichen Körperteils.

Tradition und musikalische Modernität

Faszination des Unvertrauten in hoher Potenz brachte der vietnamesische Stimm- und Instrumentenvirtuose Ngo Hong Quang auf die Bühne. Er vereinte die südostasiatische Tradition mit musikalischer Modernität. Der sympathisch und bescheiden auftretende Künstler verfügt stimmlich wie instrumental über eine grosse Bandbreite an musikalischen Mitteln. Seine Stimme imitierte in den höchsten Lagen, manchmal fistelnd, manchmal flehend, ganze Chöre von Frauenstimmen, bis sie dann in einen wohltönenden, vollen Bass überging, so tief, dass er zeitweise eher dem Knurren eines gefährlichen Wildtieres glich als menschlichem Gesang.

Die technisch höchst anspruchsvolle Darbietung begleitete der junge Künstler und Hochschuldozent mit traditionellen Instrumenten, für uns so exotisch wie seine (musikalische) Sprache, auch sie raunend bis wispernd oder mit Anklängen an Jazz und Rock, was bei der zweisaitigen Dan Bau mit ihrem mitreissenden banjo-artigen Klang der Fall war. Das alles gepaart mit hoch komplexer Rhythmik.

Eindrückliche Schlussbilder

Wie Moderator Philipp Kamm (Förderverein Klangfestival) sagte, waren die geografisch, kulturell und musikalisch weit auseinanderliegenden Räume des Eröffnungsprogramms dazu angetan, dass es zu grossen Teilen ein Neben-Einander bleiben musste. Trotzdem kam es zu eindrücklichen Schlussbildern, als die Beteiligten sich zum grossen Chor auf der Bühne einfanden und sich unter anderen die ungewöhnliche Konstellation ergab, dass ein vietnamesischer Professionalist neben seinen Wattwiler Kollegen mit Inbrunst mithalf «gradhebe», unter Führung der vollen Stimmen der drei jungen Sängerinnen von Sutari. Damit hat das Eröffnungskonzert im Kleinen das geschafft, was das Festival Naturstimmen nach den Worten von Gemeindepräsident Rolf Züllig als Ganzes bewirken kann und soll: «Zuerst angekommen als Gäste, verlassen viele das Festival und die Gemeinde als Freunde.» Das galt beim glanzvollen Eröffnungskonzert offensichtlich für die Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne wie für viele Gäste im Publikum.

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