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ALT ST. JOHANN: Musikgenuss auf harten Kirchenbänken

Zum achten Mal luden die Jodelchöre Säntisgruess, Thurtal und Churfirstenchörli zum Konzert «zäme johle». Die katholische Kirche war zweimal voll besetzt.
Adi Lippuner
Traditioneller Abschluss von «zäme johle» bildet jeweils der Gesamtchor und die Darbietung eines Naturjodels. (Bilder: Adi Lippuner)

Traditioneller Abschluss von «zäme johle» bildet jeweils der Gesamtchor und die Darbietung eines Naturjodels. (Bilder: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

redaktion@wundo.ch

Die harten und daher nicht immer bequemen Kirchenbänke halten Jodelfans aus Nah und Fern nicht vom Besuch des schon zur Tradition gewordenen Konzerts «zäme johle» ab. Was vor acht Jahren als spontane Idee begann, um der Bevölkerung und den Gästen zwischen Weihnachten und Neujahr einen Konzertgenuss zu bieten, hat sich zum Grosserfolg entwickelt.

Wie am Freitagabend von Hans-Jakob Scherrer, er ist Dirigent des Jodelclubs Säntisgruess und führt als Moderator durchs Konzert, zu erfahren war, trafen schon am 1. Dezember, beim Start der Sitzplatzreservationen, 400 Bestellungen ein.

1200 Besucher: Eine Herkulesaufgabe

«Nicht alle können in den ersten Reihen sitzen, aber wir bemühen uns, dass der Klang jede einzelne Sitzreihe erreicht. Zudem sind die Bänke, ganz egal ob zuvorderst oder hinten, alle gleich hart,» so die von einem Schmunzeln begleitete Aussage.

Stolz mache die Organisatoren, das sind die drei Chöre Säntisgruess, Thurtal und Churfirstenchörli, die Tatsache, dass es eine grosse Fangemeinde gibt. «Wir freuen uns jedes Jahr, dass Einheimische, Feriengäste und Jodelfans von Nah und Fern dabei sind und eine grosse Zahl schon jedes der acht Konzerte besucht hat.»

Um allen Interessenten am Jodelkonzert gerecht zu werden, wird der Abend seit vier Jahren zwei Mal durchgeführt. Jeweils vor dem Jahreswechsel sind die Bänke und die Empore sowie die zusätzlich aufgestellten Stühle alle besetzt. Das ergibt zwei Mal knapp 600 Besucherinnen und Besucher. Eine Herkulesaufgabe für das ganze Team, gilt es doch, die Reservationen entgegen zu nehmen, die Plätze zu nummerieren und dafür zu sorgen, dass auch jeder und jede das richtige Ticket erhält. Von Anfang an wurde auf die Erhebung eines Eintrittspreises verzichtet. Zum Konzertschluss wird eine Kollekte zur Unkostendeckung erhoben und jeder darf bezahlen, was für den Jodelgenuss angemessen erscheint.

Jedes Jahr lassen sich die Organisatoren einen neuen Ablauf einfallen, sorgen für Abwechslung und bieten immer wieder neuen Ohrenschmaus. Bei der aktuellen Ausgabe von «zäme johle» war die Organistin Heidi Bollhalder mit von der Partie. Was sie als Übergänge und Zwischenspiele der Königin der Instrumente entlockte, sorgte ebenso für Hühnerhautfeeling wie die gekonnt ausgewählten Darbietungen der einzelnen Chöre.

Naturjodel und ihre Bezeichnungen

Während neue Kompositionen einen Namen tragen und mit Komponist angegeben werden, haben überlieferte Naturjodel unterschiedliche Bezeichnungen und werden als traditionell bezeichnet. Hans-Jakob Scherrer liess das Publikum wissen, dass viele einfach interne Bezeichnungen tragen, damit die Chormitglieder wissen, was angestimmt und gesungen wird. «Einige Melodien tauchen in unterschiedlichen Stücken auf und jeder Chor intoniert den Gesang so, wie es zu seinen stimmlichen Möglichkeiten und den Vorstellungen des Dirigenten oder der Dirigentin passt.»

Traditionelle Stücke standen beim diesjährigen Konzert einige auf dem Programm: «Sennele ho a ho» vom Säntisgruess, der Anna-Koch-Jodel vom Churfirstenchörli oder der Büeler vom Jodelclub Thurtal, um nur einige zu nennen. Der traditionelle Abschluss bildete der Gesamtchor mit dem Naturjodel Lutewiler und als Zugabe wurde der Wildhuser gesungen. Lange anhaltender Applaus, zufriedene Gesichter und stellvertretend die Aussage von Esther und Heinz Gull bringen die Bilanz von «zäme johle» 2017 auf den Punkt: «Ein rundum tolles Konzert, wir haben bisher kein einziges versäumt.»

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