ALT ST. JOHANN: Ein «windiger» Gastronom

Am 14. Dezember soll das Hotel Hirschen versteigert werden. Der Betrieb ist bereits seit April 2015 wegen fehlender Bewilligung geschlossen.

Katharina Rutz
Merken
Drucken
Teilen
Vor zwei Jahren sollte Michel Rohrbach (von links) den Betrieb für Walter K. Lüde und Peter Hofer von der Gastromontana AG leiten, doch ihm fehlte das Wirtepatent. (Bild: Urs M. Hemm)

Vor zwei Jahren sollte Michel Rohrbach (von links) den Betrieb für Walter K. Lüde und Peter Hofer von der Gastromontana AG leiten, doch ihm fehlte das Wirtepatent. (Bild: Urs M. Hemm)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

«Heute Ruhetag», informiert ein Schild am Eingang des Alt St. Johanner Hotels Hirschen. Seit April 2015 steht die Liegenschaft bereits zum Verkauf. Dies hat offenbar nicht geklappt, denn nun soll der «Hirschen» am 14. Dezember im Hotel-Restaurant Rössli öffentlich versteigert werden. Geschätzt ist die Liegenschaft auf 900 000 Franken. Besitzer ist eine gewisse Gastromontana AG. Die Versteigerung ist Teil eines langen Betreibungsverfahrens. Die Pfandgläubigerin im 1. Rang hat die Betreibung auf Verwertung des Grundpfandes verlangt.

Mafia-Vorwürfe an Gemeindebehörden

Peter Hofer, technischer Leiter der Gastromontana AG, beschuldigt die Gemeinde, für die Misere verantwortlich zu sein, und vergleicht sie gar mit der Mafia. Er klagt über verweigerte Bewilligungen und ungerechte Auf­lagen. Gemeindepräsident Rolf Züllig entgegnet: «Die Unversehrtheit des Gastes in Bezug zur Gesundheit hat für den Gemeinderat oberste Priorität und nicht die Interessen eines windigen Gastrounternehmers. Dass es zu einer Versteigerung des Lokals kommt, hat nichts mit der Verweigerung des Patents oder mit der beanstandeten Lebensmittelhygiene zu tun, sondern ist allein der Zahlungsmoral der Gastromontana AG geschuldet.»3