ALT ST. JOHANN: Ein Ja zum Millionenprojekt

Die Erweiterung der Wasserversorgung Vorderberg–Hinterberg wurde einstimmig und ohne Wortmeldungen angenommen. Dabei geht es um ein Projekt in der Grösse von 4,32 Millionen Franken.

Beatrice Bollhalder
Merken
Drucken
Teilen
Fritz Looser zeigt auf der Karte, in welchem Gebiet die Erweiterung der Wasserversorgung vorgesehen ist. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Fritz Looser zeigt auf der Karte, in welchem Gebiet die Erweiterung der Wasserversorgung vorgesehen ist. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Beatrice Bollhalder

redaktion@wundo.ch

Das hätte der Präsident der Wasserkorporation Alt St. Johann– Unterwasser, Fritz Looser, nicht gedacht, dass den beiden Traktanden, bei denen es um eine Erweiterung der Wasserversorgung sowie des Korporationsgebietes ging, ohne Diskussionen zugestimmt würde. Dabei ist dieses Projekt eine Angelegenheit, die schon seit einem Vierteljahrhundert immer wieder zu diskutieren gab. Bereits in den Jahren 1991 und 1999 wurden Studien und Projektvorschläge ausgearbeitet. Die Realisierung scheiterte aber beide Male mangels Interesse der betroffenen Grundeigentümer.

Einrichtungen für den Brandschutz fehlen

Die Wasserversorgung für das Streusiedlungsgebiet Hinterberg erfolgt bis heute ab den Neuen­alpquellen. Dies ergab aber immer wieder Probleme, insbesondere während der Alpbestossung. Die verlangte Wasserqualität konnte zu diesen Zeiten nicht mehr gewährleistet werden. Die Schartenquelle versorgte indes die Bewohner des Gebietes Vorderberg mit Wasser. Allerdings entsprach dieses wiederholt nicht den Vorschriften der Lebensmittelgesetzgebung.

Am 7. November 2013 wurde die Quelle zudem mit Jauche verunreinigt und musste umgehend vom Versorgungsnetz getrennt werden. Als Sofortmassnahme wurde damals eine provisorische, kleinkalibrige Zuleitung ab dem Netz der Wasserkorporation Alt St. Johann-Unterwasser erstellt. Die Gebiete Vorder- und Hinterberg sind also bis heute nicht mit einer zentralen Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung erschlossen.

Mit dem am Donnerstag­- abend den Korporationsmitgliedern vorgelegten Projekt wird dies nun geändert. Die Firma Gruner Wepf AG in St. Gallen hat ein Vorprojekt erstellt, dessen Kostenschätzung sich auf 4 320000 Franken beziffert. Für die Bauwerke (Reservoir Oberschwendi, Fernsteuerung, Stromzuführung, Steuerkabel, Druckerhöhungsanlage und Neubau Reservoir Gugger) wird mit Kosten von 1,325 Millionen Franken gerechnet. 1,755 Millionen Franken werden gemäss Kostenschätzung für den Leitungsbau (Grabarbeiten, Rohrlegearbeiten und Druckreduzierschächte) beansprucht. Die Hausanschlüsse wurden mit 320000 Franken und das Honorar mit 400000 Franken budgetiert. Für Unvorhergesehenes und die Mehrwertsteuer sind 520000 Franken enthalten.

32 Prozent oder 1,28 Millionen Franken werden als Bundesbeitrag ausgewiesen. Die Wasserkorporation rechnet mit einem Staatsbeitrag von 152000 Franken, je 650000 Franken als Beitrag von der GVA und der Politischen Gemeinde. Damit bleiben Restkosten von 1,588 Millionen Franken. Davon können noch die Beiträge der Grundeigentümer im Rahmen von 323000 Franken abgezogen werden.

Arthur Tobler ist seit 25 Jahren Brunnenmeister

Gut, dass die Wasserkorporation das vergangene Jahr keine grösseren Überraschungen mit Leitungsbrüchen erlebt hat und einen Ertragsüberschuss von 142217 Franken ausweisen kann. Die Anwesenden stimmten dem Begehren des Verwaltungsrates zu, den Gewinn für Abschreibungen bereits realisierter Projekte sowie künftige Bauvorhaben zu verwenden. Störungsfrei im Betrieb ist die Turbine im Rietli, die jeweils auch für einen schönen Ertrag sorgt. Ausserdem verfügt die Wasserkorporation mit Arthur Tobler über einen ausgewiesenen Fachmann als Brunnenmeister, der seit 25 Jahren nach dem Rechten sieht. Für dieses Jubiläum durfte Tobler eine Urkunde in Empfang nehmen. Nach der Versammlung legte Arthur Tobler den Anwesenden mit ein paar Zahlen und Diagrammen dar, wie es zu Trinkwasserengpässen kommen kann und warum in diesem Winter einmal zu einer reduzierten Beschneiung aufgerufen werden musste.