Advent: Warten auf Gott als Geheimnis des Lebens

Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

John Bachmann, Pfarrer, Grabs
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Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

Diese bekannten Liedzeilen von Paul Gerhardt beinhalten das Geheimnis der Adventsbotschaft. Advent heisst Warten auf Gott. Wenn wir uns Sorgen machen, uns ängstigen, dann sind das Signale unserer Seele, die wir wahrnehmen sollen. Wir dürfen authentische Menschen sein. Christsein heisst nicht auf die Zähne beissen, sondern wahrnehmen, was ist und was belastet, auf Gott hin loslassen. Das kann man allerdings nicht mit «selbsteigner Pein». Das merkt man spätestens in der Nacht, wenn man sich zum Einschlafen zwingen will und oft das Gegenteil erreicht. Nein, es gibt nur eins: Warten auf Gott. Angst, Sorge, Zweifel, was immer es ist: ihm sagen und es auf seinen Namen hin loslassen. Der Mensch kann manches. Aber er muss lernen, dass er das Entscheidende oft nicht kann: Die Befreiung von allem Belastenden kann er nicht erzwingen, aber er darf sich Gott öffnen, der ihm Freiheit schenkt, einfach so schenkt.