Abstrakte Farbigkeit in Harmonie

Es ist ihre erste Ausstellung, dort, wo sie aufgewachsen, im Werdenberg. Und die Freude von Marion Gabathuler ist gross, dass ihr die Raiffeisenbank Werdenberg in Buchs diese Gelegenheit bietet. Es ist eine Ausstellung voller Farbigkeit.

Reto Neurauter
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Marion Gabathuler zeigt in der Raiffeisenbank in Buchs unter anderem «Gegensätze, die sich anziehen», den «Fluss der Leidenschaft» und die «Blaue Magie» (von links). (Bild: Reto Neurauter)

Marion Gabathuler zeigt in der Raiffeisenbank in Buchs unter anderem «Gegensätze, die sich anziehen», den «Fluss der Leidenschaft» und die «Blaue Magie» (von links). (Bild: Reto Neurauter)

BUCHS. Dem Flötenensemble «I Dolci» der Musikschule Werdenberg unter der Leitung von Elsbeth Gassner gelang es, rund um die Begrüssungsworte diese Farbigkeit auch musikalisch umzusetzen. Und Sandro Uhlmann, stellvertretender Vorsitzender der Bankleitung, freute sich mit den zahlreich erschienenen Besuchern an der Vernissage vom Donnerstagabend, dass einheimisches Kunstschaffen – obwohl für einmal von etwas ausserhalb des Werdenbergs – nun für einige Zeit der Bank ein neues Bild gibt, und so Kunden und Personal erfreut.

Viele alte Bekannte

In seiner Laudatio wies Künstler und Galerist Franz Bucher (Weite) zuerst auf die Herkunft der Künstlerin hin. 1957 in Trübbach geboren, viele Jahre in Sevelen und Fontnas zu Hause, war sie auch berufstätig in Buchs. Sie arbeitete Anfang der 1990er-Jahre als Malschulleiterin in Mels, bevor sie 1994 und 1995 als Integrationshelferin für Schul- und Kindergartenstufe in Valens tätig war. Danach zog es sie ins Bernische, wo sie nun als freischaffende Künstlerin und als Mal- und Management-Coach tätig ist.

Ihre Tätigkeiten im Werdenberg und Sarganserland wirken wohl bis heute nach: Die meisten der Vernissagebesucher waren Bekannte und Freunde aus der alten Heimat. «Das freut mich sehr», so Marion Gabathuler gerührt, die den ganzen Abend bekannte Gesichter herzlich begrüsste und Erinnerungen austauschte.

Jedem Bild sein Geheimnis

Die Erinnerungen von Franz Bucher an Marion Gabathuler sind nur gut ein Jahr alt. «Sie besuchte meine Galerie, die damals erst im Entstehen war, aber sie erkundigte sich schon, ob sie nächstens mal ausstellen darf.» Sie darf, so Bucher, denn ab 1. Juli bis 31. Dezember dieses Jahres werden einige Werke Gabathulers in Buchers Galerie zu sehen sein.

Abstrakte Bilder, die Bucher gefallen. «Es sind die einfachen Formen und die Farben, die in jedem Werk harmonisch aufeinander abgestimmt sind», die es ihm angetan hätten. Sie überschreite mit ihren Werken Grenzen, finde neue Wege und tauche in andere Realitäten ein, «ihre Kunst beinhaltet einen grossen Reichtum und bringt die Menschen zum Träumen». Für Marion Gabathuler verbirgt sich in jedem ihrer Bilder eine Geschichte, «meine Geschichte, die aber meine Geheimnis bleibt».

Alles doch in Harmonie

Und ein Gang durch diese Ausstellung braucht Zeit, will man hinter den Sinn der Bilder kommen. Auch wenn die Künstlerin jedes Exponat benannt hat, als Betrachter steht es einem frei, seine eigene Interpretation zum Bild zu haben. Und das ist gut so.

Ob in Blau, Grau, Braun oder Rot gehalten, jedem Bild haftet auch etwas Mystisches an. Man meint zudem, die Künstlerin hat die Farben planlos auf die Leinwand gesetzt. Doch dem ist nur scheinbar so. Marion Gabathuler hat jeden Pinselstrich, jeden Farbpunkt und jeden Farbspritzer gezielt an seinen für ihn bestimmten Ort gesetzt, natürlich harmonisch aufeinander abgestimmt.

Die Ausstellung dauert bis 30. September und ist zu den Geschäftsöffnungszeiten zugänglich.