Abschied vom Alvier

Am Sonntag, 18. Oktober, wird Erika Giezendanner, Hüttenwartin auf der Alvierhütte, das letzte Mal Gäste empfangen. Nach 21 Sommern «dort oben» beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt.

Hanspeter Thurnherr
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AZMOOS. Er ist der höchste Gipfel der gleichnamigen Gebirgskette: der 2343 Meter hohe Alvier. Er ist auch ein beliebtes Ziel für Bergwanderer – mit herrlichem Rundblick auf Alpstein, Churfirsten, die Glarner, Bündner, Liechtensteiner und Vorarlberger Bergwelt. In seiner Nähe auf dem flachen Gipfelkamm thront die Alvierhütte. Seit 1994, insgesamt 21 Sommer lang, bewirtet von Erika Giezendanner.

In wenigen Tagen wird das Gastgeberin sein für sie zu Ende gehen. «Die Gäste erzählten oft, wo es auch schön ist. Nun gehe ich selber dorthin», freut sie sich auf die Zeit, die nun kommen wird. Denn in den letzten Jahren habe es nicht gereicht für Touren auf Falknis, Calanda oder ähnliche Ziele. Das will Erika Giezendanner nachholen.

Hündin Luna als Begleiterin

Hoch oben in den Bergen, da gelte das Diktat von Wetter und Berg, erzählt sie im Gespräch dem W&O-Redaktor. «Daran muss ich mich ausrichten: was ich arbeite, anziehe, ob ich einheize, die Asche leere, ob viele Leute kommen…» Wäre der Mensch der «Diktator», hätte sie es nicht ausgehalten, gibt sie zu. Auf der Alvierhütte ist das Wetter schön oder schlecht, heiss oder kalt, die Arbeit streng, oder es läuft nichts. Nie ist etwas mittelmässig», sagt sie und krault ihre Begleiterin auf dem Schoss. Denn stets ist Hündin Luna mit dabei.

«Angst? Vor wem?»

Ins Schwärmen kommt sie, wenn sie vom Licht und der Stimmung am Morgen oder Abend erzählt. Häufig werde sie gefragt, ob sie keine Angst habe. Ihre Gegenfrage: «Vor wem?». Vor dem Wetter, vor dem Alleinsein, vor Männern werde dann oft genannt. Fragt man nach speziellen Erlebnisse, sagt sie: «Oh, eine ganze Menge. Die meisten sind zum Schmunzeln.» Mehr erzählt sie morgen im Porträt in der Ostschweiz am Sonntag.

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