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Abschied und Hoffnung

Im Alten/ersten Testament steht im Buch Kohelet/Prediger im 12. Kapitel in den Versen 1, 6 und 7: (1) Und denke an deinen Schöpfer in deinen Jugendtagen, bevor die schlechten Tage sich nahen und Jahre kommen, von denen du sagen wirst: Sie gefallen mir nicht.
Cornelius Daus Evang.-Ref. Pfarrer, Wartau

Im Alten/ersten Testament steht im Buch Kohelet/Prediger im 12. Kapitel in den Versen 1, 6 und 7: (1) Und denke an deinen Schöpfer in deinen Jugendtagen, bevor die schlechten Tage sich nahen und Jahre kommen, von denen du sagen wirst: Sie gefallen mir nicht. (6) Bevor der silberne Faden zerreisst und die goldene Schale zerspringt und der Krug an der Quelle zerschellt und das Schöpfrad zerbrochen in die Zisterne fällt (7) und der Staub zurückkehrt zur Erde, wie es gewesen ist, und der Lebensgeist zurückkehrt zu Gott, der ihn gegeben hat.

Diese Gedanken mögen auf das erste Lesen hin einen bedrohlichen Eindruck erwecken. Sie beschreiben in kurzer Dichte einen grossen Bogen über das Leben des Menschen, und die Vergänglichkeit des Menschen wird ins Bewusstsein gerückt. Endlich und sterblich ist der Mensch hineingenommen in den fliessenden Strom der Zeit. Vergangenheit, Gegenwart und je neu die Zukunft prägen das Leben.

Zwischen den erwähnten frühen Jahren und und dem Staub des Endes liegt das Leben aus Leichtem und Schwerem, aus guten und weniger guten Tagen, aus Tiefen und Höhen.

Es ist Lebensbestandteil sich einzugestehen, dass alles zum Leben dazugehört – nicht nur als etwas, das bloss akzeptiert und halt auch in Kauf genommen werden muss, sondern als etwas, das uns eine Chance anbietet, im Leben zu wachsen und voranzukommen. Denk an deinen Schöpfer in deinen Jugendtagen ist die Aufforderung, den je eigenen Weg des Lebens zu finden und zu gehen. Dabei geht es nicht um das Sich-einrichten oder etablieren, nicht um das Sich-festsetzen oder Fest-klammern – an wen oder an was auch immer – sondern der Mensch ist gerufen, im ständigen Wandel von den Jugendtagen bis hin zum Staub den Sinn in allem Vorübergang zu begreifen.

Als Christ weiss ich, woher ich komme und wohin ich gehe. Die biblischen Zeilen bergen und eröffnen einen Denk- und Glaubensansatz, welcher die Bedrohlichkeit und den bevorstehenden Abschied in Hoffnung und Geborgenheit zu wandeln vermag. Es ist das Kommen aus Gott, der hier Schöpfer genannt wird, das Werden mit Gott im Zyklus des Lebens und schliesslich die Rückkehr des Lebensgeistes zu Gott.

Die Gedanken aus Kohelet versöhnen mit dem endlichen Leben.

«Wir legen ab die Bürde, das müde Erdenkleid; Sind fertig mit den Sorgen und mit dem letzten Leid. Wir treten aus dem Dunkel nun in ein helles Licht. Warum wir's Sterben nennen? Ich weiss es nicht.» (Dietrich Bonhoeffer, Brief Heiligabend 1943)

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