99,6 Prozent kehrten zurück

Die Strafanstalt Saxerriet gewährt ihren Insassen Ausgang und Urlaub. Nur 0,4 Prozent kehrten im Jahr 2015 verspätet oder nicht freiwillig zurück. Dieser Prozentsatz ist seit mehreren Jahren stabil.

Alexandra Gächter
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René Frei, Leiter Straf- und Massnahmenvollzug, Fredy Fässler, Regierungsrat, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements, und Martin Vinzens, Direktor der Strafanstalt Saxerriet, informierten an der gestrigen Jahresmedienkonferenz. Bild: Urs Bucher (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

René Frei, Leiter Straf- und Massnahmenvollzug, Fredy Fässler, Regierungsrat, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements, und Martin Vinzens, Direktor der Strafanstalt Saxerriet, informierten an der gestrigen Jahresmedienkonferenz. Bild: Urs Bucher (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Beim Thema Hafturlaub reagieren viele mit Unverständnis. Aus diesem Grund wählte die Kantonale Strafanstalt Saxerriet das Thema «Mörder auf Hafturlaub – was soll das?» für die diesjährige Medienkonferenz. Regierungsrat Fredy Fässler, Straf- und Massnahmenvollzug-Leiter, René Frei sowie Strafanstalt-Direktor Martin Vinzens erklärten, weshalb Ausgang und Urlaub für die Insassen unverzichtbar sind.

Straftäter, welche im Urlaub rückfällig werden, sind Einzelfälle, die in den Medien eine hohe Präsenz finden. In der Strafanstalt Saxerriet wurden im vergangenen Jahr knapp 1000 Urlaube und gut 350 Ausgänge bewilligt. 99,6 Prozent davon kamen zum vereinten Zeitpunkt wieder zurück. Dieser Prozentsatz ist seit mehreren Jahren stabil. Von den sechs Häftlingen, die im vergangenen Jahr nicht wie vereinbart zurück- kamen, konnten vier wieder verhaftet werden.

Maximal 21 Urlaubstage im Jahr

In der Regel seien übermässiger Alkohol- oder Drogenkonsum der Grund, wieso Straftäter nicht zur vereinbarten Zeit zurück- kommen, sagte Vinzens. Ab einer Stunde Verspätung wird nach der jeweiligen Person gefahndet. Wer die Ausgangsregeln nicht einhält, muss mit Disziplinarmassnahmen rechnen. «Vielfach müssen diese Personen zurück in einen geschlossenen Vollzug», so Vinzens. Maximal 16 freie Tage erhalte ein Sträfling im ersten Urlaubsjahr. Im zweiten Urlaubsjahr maximal 21 Tage. Man beginne mit stundenweisem, begleitetem Ausgang. Danach gäbe es unbegleiteten Ausgang. Selbstverständlich müssen die Häftlinge dafür gewisse Kriterien erfüllen.

Wer flüchten will, kann das auch ohne Urlaub

Regierungsrat Fredy Fässler machte darauf aufmerksam, dass ein Insasse der Strafanstalt Saxerriet nicht Ausgang oder Urlaub benötige, um abzuhauen. Es gibt draussen keine Mauern im offenen Vollzug. «Wer also flüchten will, findet sicher auch so einen Weg.»

Vollzugsöffnungen, also Ausgang oder Urlaub, seien ein Erfolgsmodell, sagte Fässler weiter.

«Sie sind unverzichtbare Lern- und Bewährungsfelder im Hinblick auf die Rückkehr in die Gesellschaft.» Mit den Vollzugsöffnungen könne überprüft werden, ob die Vollzugsarbeit wirksam war und ob Insassen sich an Absprachen und Regeln halten, sagte Fässler. 3

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