50 Tonnen Alpkäse erwartet

Obwohl in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann mehr Milchkühe gesömmert werden, stammt ein Fünftel der kantonsweiten Alpkäseproduktion aus dem Werdenberg und Oberrheintal.

Alexandra Gächter
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Morgen treten die Ziegen der Alp Malschüel ihre Reise in den heimischen Stall an. Bild: Katharina Rutz

Morgen treten die Ziegen der Alp Malschüel ihre Reise in den heimischen Stall an. Bild: Katharina Rutz

Der heutige Tag ist für viele gesömmerte Tiere einer der letzten auf der Alp. Dieses Wochenende machen sich die meisten auf den Weg in den heimischen Stall. Gestartet hat der Alpsommer 2016 schwierig, wie Markus Hobi, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen in Salez, sagt. «Es war sehr nass. Vor allem im Obertoggenburg war es schwierig. Auf einigen Alpen mussten Tiere länger als üblich eingestallt werden. Die Weiden haben eine Zeit unter dem Wetter gelitten.» Nach dem schlechten Start erlebten Tiere und Sennen einen guten Alpsommer. «Es hat immer Futter gegeben, da es warm war und doch regelmässig Niederschlag gab. So wurde das Futterwachstum angeregt», sagt Hobi. Ebenfalls war auch immer genügend Wasser vorhanden. «Der Spätsommer war sogar sehr gut», fügt Hobi an. Einzig im Weisstannental gab es kürzlich Unwetter, welche die Alpabfahrt erschweren.

Sehr gute Qualität, durchschnittliche Quantität

Hobi erwartet von der Qualität her einen sehr guten Alpkäse. Der Käse von der Alp Malschüel, Buchs/Sevelen, hat diese Erwartung bereits erfüllt. Er erhielt das Maximum von 20 Punkten, wie auf ihrer Homepage zu lesen ist. Die Milch- und Käsemenge sei schwierig abzuschätzen. «Ich rechne mit einem guten oder vielleicht durchschnittlichen Jahr», so Hobi. Das bedeutet 50 Tonnen Alpkäse aus dem Werdenberg und Oberrheintal, verteilt auf zehn Alpen. Das ist ein Fünftel der gesamten Alpkäseproduktion des Kantons St. Gallen. Das Obertoggenburg produziert auf den Alpen nur sehr wenig Käse.

Ungefähr 4000 sogenannte Normalstösse hat das Werdenberg. Ein Normalstoss entspricht einer Kuh, welche 100 Tage gesömmert wird. Die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann hat ungefähr 2900 Normalstösse, mit einem sehr hohen Anteil Kühe.

Auch Schweine waren auf der Alp

Weidefläche hat das Obertoggenburg verglichen mit dem Werdenberg mehr, jedoch sind die Weiden weniger ertragreich wegen des geringeren Nährstoffanteils der oberen Weidelagen. «Man benötigt dort also für gleich viele Tiere mehr Platz», so Hobi. 32 000 Hektaren Weidefläche gehören zum Kanton St. Gallen, wovon ein Viertel in den Regionen Werdenberg, Oberrheintal und in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann ist.

Auf der Gamser Alp Heeg und Neuenalp geht die Sömmerung noch ein paar Tage länger. Am kommenden Dienstag treten sie die Alpabfahrt an. Alpchef Ernst Lenherr spricht ebenfalls von einem sehr gutem Sommer mit schlechtem Start. «Wir hatten dieses Jahr auf allen Gamser Alpen praktisch keine verunfallte Tiere. Krankheiten waren ebenfalls rar. In anderen Jahren, in denen es lange nass war, bekamen die Tiere Risse und Infektionen in den Klauen. Neben den circa 1000 Schafen, 650 Stück Rindvieh und 100 Geissen waren auch 40 Schweine auf den Gamser Alpen. Diese frassen die Reste, welche von der Käseproduktion übrig blieben. Mittlerweile wurden sie bereits mit dem Transporter in den heimischen Stall gefahren. 9