47903 Quadratmeter Reben im Jahr 1898

Drucken
Teilen

Sevelen Unklar ist, wann genau der Anbau von Weinreben im Alpenrheintal seinen Anfang hatte. Schriftliche Quellen aus dem 8. und 9. Jahrhundert und teils heute noch gebräuchliche Flurnamen weisen auf erste Vorkommen in der Region Werdenberg hin. Um 1100 waren wahrscheinlich alle heutigen Weinbaugebiete der deutschen Schweiz im Wesentlichen abgedeckt. Im Werdenberg spielte der Weinbau aber nie eine wirklich bedeutende Rolle, obwohl die vom Föhn begünstigten Werdenberger Gemeinden für den Weinbau mindestens so prädestiniert gewesen waren wie beispielsweise das untere Rheintal. Doch im Werdenberg blieb der Weinbau stets eine Nebenkultur. Das gilt selbst für Wartau mit dem wohl seit jeher ausgedehntesten Rebareal. Hans Jakob Reich schreibt im Werdenberger Jahrbuch 2010 dazu: «Im Unterschied zum Unterrheintal fehlte im Werdenberg ein Grossabnehmer wie die Stadt St. Gallen. Auch vom Churer Bischofssitz oder vom Kloster Pfäfers gingen wegen der näher gelegenen Rebberge um Chur, in der Bündner Herrschaft und bei Ragaz keine Impulse aus, die einer Spezialisierung auf Weinbau über die Selbstversorgung hinaus hätten förderlich sein können. Trotzdem kam es auch im Werdenberg in der frühen Neuzeit zu einem Rebflächenausbau, der darauf schliessen lässt, das man im Weinbau ein erträgliches Geschäft sah.»

Im Jahr 1898 war die Gemeinde Sevelen mit 47903 Quadratmetern Reben eine eigentliche Weinbaugemeinde, nach Wartau die zweitgrösste im Werdenberg. Der Seveler Pfarrer Huldreich Gustav Sulzberger (er lebte von 1819 bis 1888) erwähnt in seiner «Geschichte der Kirchgemeinde Sevelen» Weinberge «z. B. im Monteol, Baggastiel, Heuberg, Bürlis, dem sog. grossen Wingert, Langbongert, Geissberg, zwischen Glad & St. Ulrich & bei Rans». Heute ist die Rebfläche in Sevelen nur noch rund ein Zehntel so gross. Der Storchenbüel (Baggastiel) in Sevelen gehört zu den frühesten Reblagen im Kanton St. Gallen. (she)

Quelle

Werdenberger Jahrbuch 2010, Historisch-Heimatkundliche Vereinigung der Region Werdenberg, Verlag Buchs-Medien 2009