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47-Jähriger wegen Mord zu 18 Jahren Haft verurteilt

Feldkirch Wegen Mordes ist ein 47-Jähriger am Montag am Landesgericht Feldkirch zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Er gestand, Ende Januar seine 40-jährige Ehefrau mit einem Küchenmesser erstochen zu haben. Er habe aber im Affekt gehandelt, beteuerte der Angeklagte. Die Geschworenen folgten seinen Beteuerungen nicht und fällten ihre Entscheidung einstimmig.

Der 47-jährige Österreicher türkischer Abstammung gab zu, seine Frau mit einem 27 Zenti­meter langen Küchenmesser getötet zu haben. Das Paar war seit 25 Jahren verheiratet, im Lauf der Zeit aber verschlechterte sich das Verhältnis, es kam oft zu Streitereien. Die 40-Jährige soll ihren Mann etwa wegen seines Stotterns ausgelacht und ihn als doof bezeichnet haben. Sie habe sich emotional immer weiter von ihrem Mann entfernt, erklärte der Verteidiger. Ende Januar schliesslich eskalierten die Auseinandersetzungen: Als sich mitten in der Nacht abermals ein Streit entzündete, wollte sich der Angeklagte seinen Angaben zufolge aus dem Schlafzimmer ins Erdgeschoss zurückziehen. Die Frau aber sei nachgekommen und habe ihn weiter verspottet. Dies führte laut Verteidigung zu einer «Kurzschlusshandlung». Der Angeklagte holte das Messer aus der Küche, lief zurück ins Schlaf­zimmer und stach auf seine im Bett liegende Frau ein. Sie schrie laut um Hilfe, woraufhin die vier Kinder des Paares ins Schlaf­zimmer rannten. Sie leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Rettungskräfte. Für die Frau kam aber jede Hilfe zu spät, sie starb an Ort und Stelle. Als die Polizei eintraf, sass der 47-Jährige im Erdgeschoss und liess sich widerstandslos festnehmen.

Staatsanwalt sagt: «Brutaler Mord»

Ein Gerichtspsychiater erläuterte in seinem Gutachten, dass der Angeklagte bei der Tat eingeschränkt zurechnungsfähig gewesen sei.

In ihren Schlussplädoyers machten Staatsanwaltschaft und Verteidigung noch einmal ihre Standpunkte klar: Während der Staatsanwalt von einem brutalen Mord sprach, nannte der Ver­teidiger die Tötung der Frau eine «Tat im Affekt». Die 40-Jährige habe sterben müssen, weil der Angeklagte die von der Frau angestrebte Trennung habe verhindern wollen, argumentierte der Staatsanwalt. Der Verteidiger hingegen erklärte, die 40-Jährige habe ihren Ehemann so lange gedemütigt und erniedrigt, bis diesem die Sicherungen durchgebrannt seien. Bei der Tat handle es sich um einen klassischen Fall von Totschlag.

Die acht Geschworenen erklärten den 47-Jährigen schliesslich für des Mordes schuldig. Zusätzlich zur Haftstrafe von 18 Jahren muss er an seine Kinder je 20 000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Die Verteidigung legte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig. (sda)

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