4,5 Millionen Franken erbeutet

Rund 1000 Einbrüche wurden zwischen Ende Oktober und Ende Februar im Kanton St. Gallen begangen. Die Deliktsumme beträgt 4,5 Millionen Franken.

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KANTON ST. GALLEN. Neben den gestohlenen Wertgegenständen ist auch der bei den Einbrüchen angerichtete Sachschaden von rund 1,5 Millionen Franken beträchtlich. Dies entspreche in etwa den Zahlen des Vorjahres, sagt Kantonspolizei-Mediensprecher Hanspeter Krüsi. «Entgegen der Wahrnehmung der Bevölkerung ist die Gesamttendenz der Anzahl Einbrüche hingegen rückläufig», sagt er.

300 tatverdächtige Personen

Bei rund 300 Fällen konnte die Polizei den Bezug zu einer verdächtigen Person herstellen. Deshalb konnte sie mehrere Beschuldigte festnehmen. Aufgrund der Erfahrungen aus vergangenen Jahren intensivierte die Kantonspolizei St. Gallen ihre Fahndungs- und Ermittlungstätigkeit von Ende Oktober bis Ende Februar. Im Rahmen einer Kampagne bezog sie auch die Bevölkerung mit ein.

In einem neugeschaffenen Lagezentrum wurden sämtliche Informationen aufbereitet. «Dadurch konnten wir die Einbrüche visualisieren und die Strategie, Einbruchschwerpunkte und mögliche Routen der Einbrecher ausmachen», sagt Hanspeter Krüsi. So seien die Polizisten den Einbrechern in einigen Fällen zuvorgekommen. Die Arbeitszeiten der Patrouillen in Zivil und in Uniform wurden entsprechend angepasst.

Zu 670 Einbrüchen rückte der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei St. Gallen in diesen vier Monaten aus. Dabei wurden über 1000 Spuren gesichert. Parallel dazu wurden durch die Fahndungsdienste Ermittlungsverfahren zu Einbrüchen geführt, Hinweise und Befragungen ausgewertet, Spuren verglichen und Abklärungen über Tatverdächtige vorgenommen.

Rumänische Kriminaltouristen

So konnten Ermittler mehrere Beschuldigte eruieren, denen ungefähr 300 Tatbestände zugeordnet werden konnten. Rund 50 Personen aus 19 verschiedenen Ländern wurden festgenommen. Ob es sich dabei um Einzel- oder Serientäter handelt, werde sich erst bei Abschluss der Ermittlungen zeigen, sagt Krüsi. Bei rund einem Drittel der Festgenommenen handelt es sich um rumänische Kriminaltouristen.

In der Polizeiregion Fürstenland-Neckertal wurde 249mal, in der Region Bodensee-Rheintal 185mal, in der Region Werdenberg-Sarganserland 189mal und im Linthgebiet-Toggenburg 128mal eingebrochen. In der Stadt St. Gallen waren die Täter 271mal aktiv.

Dass trotz intensiver Arbeit der Polizei nur bei rund 17 Prozent der Einbrüche die Täterschaft eruiert werden kann, hat laut Krüsi verschiedene Gründe. Wesentlich sei, dass es anders als bei vielen Gewaltdelikten keine Verbindung zwischen Täter und Opfer gebe. Verdächtige aus dem Umfeld fehlen also. (nh/ts)