38 Tonnen geschmuggelt

Ein Rheintaler Gastronom hat über vier Jahre hinweg 38 Tonnen Lebensmittel illegal aus dem Ausland in die Schweiz importiert. Damit hinterzog er 32 000 Franken an Einfuhrabgaben.

Alexandra Pavlovic
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Fleischprodukte, Gemüse oder Öle: Der Schmuggel von Lebensmitteln könnte aufgrund des schwachen Euro in nächster Zeit zunehmen. (Bild: Eidgenössische Zollverwaltung)

Fleischprodukte, Gemüse oder Öle: Der Schmuggel von Lebensmitteln könnte aufgrund des schwachen Euro in nächster Zeit zunehmen. (Bild: Eidgenössische Zollverwaltung)

Fleisch, Milchprodukte, Früchte, Gemüse – all dies hat ein Rheintaler Gastronom über die Grenze geschmuggelt. Das Vergehen flog auf, als Mitarbeiter der Eidgenössischen Alkoholverwaltung im Frühjahr 2014 in einem seiner Betriebe unversteuerte Spirituosen aus dem Ausland entdeckten. Aufgrund des Fundes wurde deshalb die Zollverwaltung für weitere Abklärungen beigezogen.

Waren im Auto geschmuggelt

Wie die Zollkreisdirektion Schaffhausen nun mitgeteilt hat, ergab die umfangreiche Strafuntersuchung, dass der Rheintaler regelmässig im grenznahen Ausland für seine Geschäfte Einkäufe getätigt und diese ohne die erforderliche Zollanmeldung in die Schweiz eingeführt hatte. Wie viele Betriebe der Mann geführt und mit der illegal eingeführten Ware versorgt hat, wollte Jürg Vögeli von der Zollfahndung Heerbrugg wegen des noch offenen Strafverfahrens jedoch nicht sagen.

Innert vier Jahren importierte der Gastronom laut Vögeli 38 Tonnen Getränke und Lebensmittel aller Art. Der Mann habe die Waren jeweils mit dem Auto eingeführt.

Unter der Schmuggelware befanden sich rund eine Tonne Fleischwaren, 800 Kilogramm Milchprodukte, drei Tonnen Früchte und Gemüse sowie drei Tonnen Fette und Öle. Der Rheintaler sei vorwiegend von Vorarlberg über die Ostgrenze eingereist, so Vögeli weiter. Mit seinem Vorgehen umging er die Lebensmittelvorschriften und hinterzog Einfuhrabgaben in der Höhe von rund 32 000 Franken. Noch offen ist, welche Strafe den Rheintaler erwartet.

Kein Einzelfall

Der Rheintaler Gastronom ist kein Einzelfall. Wegen ähnlicher Vergehen hat die Zollfahndung Heerbrugg seit 2010 in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein 36 Strafuntersuchungen durchgeführt. Laut der Zollfahndung Heerbrugg konnten Restaurants, Imbissstände und kleinere Lebensmittelgeschäfte überführt werden. Wie sich bei den Untersuchungen herausstellte, wurden Einfuhrabgaben in der Höhe von 370 000 Franken hinterzogen. Die beschuldigten Personen mussten die Einfuhrabgaben nachträglich entrichten, zudem seien ihnen «empfindliche Bussen» auferlegt worden.

Die Lebensmittel seien grösstenteils ungekühlt transportiert worden – sogar bei sommerlichen Temperaturen. Bei derartigen Transporten sei die Einhaltung der Kühlkette nicht gewährleistet und die Rückverfolgbarkeit nicht immer nachvollziehbar, heisst es in der Mitteilung der Zollkreisdirektion.

Lukrativ wegen Eurokurs

Aufgrund des starken Frankens geht Jürg Vögeli davon aus, dass der Schmuggel von Lebensmitteln in nächster Zeit zunehmen könnte. «Schon vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses war es lukrativ, Ware im Ausland zu beziehen.» Der Anreiz, Produkte in die Schweiz zu schmuggeln, sei beim derzeitigen Kurs noch grösser.