35 Jahre Kleinkunst in Buchs

Das Werdenberger Kleintheater fabriggli feiert heute Geburtstag. Den Kraftakt, 35 Jahre lang für Kulturliebhaber ein Programm auf die Beine zu stellen, gelang nur dank des grossen Engagements des fabriggli-Teams.

Alexandra Gächter
Drucken
Teilen
Im fabriggli kann nicht nur Theater geschaut, sondern auch Theater gespielt werden in Form von Theaterwerkstätten für Kinder (links), Eigenproduktionen mit Jugendlichen (Mitte) und mit Erwachsenen (rechts). (Bilder: Sabine Büsser)

Im fabriggli kann nicht nur Theater geschaut, sondern auch Theater gespielt werden in Form von Theaterwerkstätten für Kinder (links), Eigenproduktionen mit Jugendlichen (Mitte) und mit Erwachsenen (rechts). (Bilder: Sabine Büsser)

BUCHS. Heute vor 35 Jahren wurde das Werdenberger Kleintheater fabriggli aus der Taufe gehoben. Mit rund 100 Anlässen pro Jahr und 8500 Besuchern hat das kleine, aber feine Theater an der Schulhausstrasse in den vergangenen Jahren nichts an Attraktivität eingebüsst. Einzig in den Anfangsjahren des Kleintheaters kamen verhältnismässig mehr Besucher. Theaterleiterin Hedy Sutter erklärt: «Früher besuchten Kulturinteressierte praktisch sämtliche Anlässe, da das regionale Kulturangebot viel kleiner war. Heute sucht sich das Publikum gezielter aus, was es besucht.»

Zudem gibt es insgesamt ein viel grösseres Freizeitangebot als früher. «Wir merken das auch bei unseren jüngsten Besuchern. Der schulfreie Mittwochnachmittag ist bei vielen Kindern verplant. Aus diesem Grund verlegen wir Kinderprogramme meistens auf den Sonntag.»

«Kinder fiebern lebhaft mit»

Obwohl beispielsweise mit YouTube den Leuten heutzutage ein Kanal zur Verfügung steht, online Kultur zu konsumieren, sieht Hedy Sutter dies nicht als Konkurrenz. «Theater muss man erleben! Es ist einzigartig: Publikum und Künstler begegnen sich. Vor allem Kinder fiebern im Theater oder bei Kinderkonzerten lebhaft mit.» Konzerte für Jugendliche zögen hingegen weniger Publikum an als früher, sagt Sutter.

«Comedy, Kabarett und Künstler mit grossen Namen ziehen mehr Leute an. Uns geht es aber nicht darum, jeden Abend volles Haus zu haben, sondern auch neuen Ideen und noch unbekannten Künstlern eine Plattform zu geben.» Das fabriggli hat sich nicht nur auf die Fahne geschrieben, Kultur anzubieten. Es engagiert sich auch dafür, dass alle, von Jung bis Alt, sich aktiv an der Kultur beteiligen können. Aus diesem Grund sind die Theatereigenproduktionen von Beginn weg ein fester Bestandteil des Programms. Diese werden für Erwachsene und für Jugendliche angeboten. Für Kinder gibt es eine Theaterwerkstatt, die mit einer Vorstellung enden kann. «Im Vergleich zu früher sind die Eigenproduktionen professioneller geworden», sagt Sutter.

Team leistet grossen Beitrag

Zahlreiche, heute bekannte Künstler machten ihre erste Schritte als Künstler auf der fabriggli-Bühne.

So traten beispielsweise Gardi Hutter 1981 und Ursus und Nadeschkin 1990 im fabriggli auf. «Letztere schliefen sogar bei uns zu Hause im umgebauten Estrich», erzählt Theaterleiterin Hedy Sutter. Schön sei auch, dass es bekannte Künstler gibt, die immer wieder gerne ins fabriggli zurückkehren würden. «Nicht wenige schätzen das Ambiente des Kleintheaters. Die spürbare Nähe zum Publikum, der herzliche Empfang, die gute technische Betreuung und die Kochkünste unseres Beizliteams sind beliebt.» Das fabriggli-Team leistet also einen grossen Beitrag an das Wohlergehen der Künstler. Aber auch um das Wohl der Besucher ist das Team bemüht. Insgesamt gut 9000 Stunden leistet es jährlich an Freiwilligenarbeit. «Der Aufwand hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Wir richten den Saal für jeden Anlass spezifisch ein. Zudem wurde das Marketing professionalisiert», sagt Hedy Sutter.

Neue dürfen kreativ mithelfen

Was früher etwa 40 Personen erledigten, werde heute von knapp 60 Personen gemacht. Das Team sei auch gewachsen, weil jeder einzelne in der Regel weniger Zeit zur Verfügung habe als früher, sei es wegen Ausbildung, Weiterbildung, anderer Freizeitaktivitäten oder der Familie.»

Trotz dieser Herausforderung findet das fabriggli aber immer wieder genügend Leute, welche begeistert mitarbeiten. «Das liegt wohl auch daran, dass bei uns Neue sofort kreativ mitgestalten können. Neue Teammitglieder bringen neue Ideen ein», sagt Hedy Sutter. «Auch die neuen Teammitglieder werden geschätzt und leisten ihren Beitrag dazu, dass das fabriggli innovativ bleibt.» Dank der Freiwilligenarbeit, der Mitglieder und der Gönner, aber auch dank der grossen Unterstützung durch die öffentliche Hand stehe das Kleintheater fabriggli finanziell gut da.

Aktuelle Nachrichten