24-Stunden-Haft für Abklärungen

Betteln ist in der Schweiz zwar verboten, aber an sich kein Kriminal-Tatbestand, der für sich alleine eine Verhaftung rechtfertigt, sagt Gian Andrea Rezzoli vom Mediendienst der St. Galler Kantonspolizei.

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Betteln ist in der Schweiz zwar verboten, aber an sich kein Kriminal-Tatbestand, der für sich alleine eine Verhaftung rechtfertigt, sagt Gian Andrea Rezzoli vom Mediendienst der St. Galler Kantonspolizei.

Stellt sich bei der ordentlichen Befragung und Überprüfung eines oder einer Bettelnden aber heraus, dass dieser anderswo im In- oder Ausland wegen Delikten ausgeschrieben ist, dann hat die Polizei im Rahmen des Strafprozessgesetzes seit dem Jahr 2011 die Möglichkeit, selbständig eine 24-Stunden-Haft zu beschliessen. «Von diesem Recht machen wir regelmässig Gebrauch», stellt Rezzoli fest. «Für uns ist das eine positive Möglichkeit, sofort einzugreifen und wir erhalten damit Zeit, um weitere Abklärungen zu treffen.» Bis 2010 musste zwingend die Staatsanwaltschaft ihr Einverständnis für eine Verhaftung geben, was sehr viel Aufwand und Zeitdruck verursacht habe.

Während der 24-Stunden-Haft kann die Polizei innert Tagesfrist einen Rapport an die Staatsanwaltschaft schicken, welche beispielsweise eine Haftverlängerung oder weitere Massnahmen anordnen kann. Das kann eine Untersuchungshaft sein, wenn sich der Verdacht auf weitere Delikte erhärtet. (ts)

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