2015 wird ein anspruchsvolles Jahr

1875 Stimmberechtigte besuchten am Montagabend die 110. Generalversammlung der Raiffeisenbank Werdenberg, die wiederum im Circus Knie stattfand. Danach konnten alle das «phänomenale» Programm geniessen.

Hansruedi Rohrer
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Die einheimische, erfolgreiche Sportlerin Julie Zogg wurde geehrt. (Bilder: Hansruedi Rohrer)

Die einheimische, erfolgreiche Sportlerin Julie Zogg wurde geehrt. (Bilder: Hansruedi Rohrer)

BUCHS. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter genehmigten sämtliche Punkte der Traktandenliste, und auch die Möglichkeit zur Diskussion wurde am Schluss nicht benutzt.

So wurden die Bilanz und die Erfolgsrechnung 2014 genehmigt und die Anteilscheine zu brutto vier Prozent verzinst. Daniela Dennler wurde als Mitglied des Verwaltungsrates für weitere vier Jahre wiedergewählt.

Heini Senn ist seit der letzten GV Präsident des Verwaltungsrates. Er führte gekonnt und mit Humor durch die Versammlung und befolgte den Rat seiner Gemüsefrau: «Du musst dir einfach bewusst sein: Je weniger lang du redest, desto beliebter wirst du sein!»

Heini Senn kam in seinem Jahresbericht auf die aktuellsten Themen der Raiffeisenbank Werdenberg zu sprechen. Man sei heute abend hier, um über die Zukunft der Bank mitzubestimmen, sagte er. Man müsse sich Gedanken machen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. «Schliesslich möchten wir unseren Nachfolgern eine moderne, wettbewerbsfähige und nicht zuletzt auch rentable Bank übergeben.» In den letzten Jahren habe sich das Verhalten der Kunden verändert, diese würden für die Abwicklung ihrer Bankgeschäfte immer häufiger das Internet bevorzugen.

Kompetente Beratung

Heini Senn erwähnte drei Hauptziele, welche sich die Bank gesetzt habe. Arbeitgeberattraktivität steigern: «Wir möchten als Arbeitgeber attraktiv sein und allen unseren Mitarbeitenden fachliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten.» Kompetente Beratung: «Um unsere Kunden auf höchstem Niveau zu beraten, müssen unsere Mitarbeitenden die besten sein!» Rentabilität im Marktgebiet steigern: «Das veränderte Kundenverhalten zwingt uns, darüber nachzudenken, ob wir in unserer Region richtig aufgestellt sind. Wir wollen unseren Service dort ausbauen, wo er auch tatsächlich benötigt wird.»

Die Raiffeisenbank Werdenberg möchte das Eigenkapital erhöhen, um die Eigenmittel zu stärken. Die Genossenschafter haben die Möglichkeit, bis maximal 50 Anteilscheine à 200 Franken zu zeichnen. An der GV 2016 wird eine Verzinsung von 2,5 Prozent vorgeschlagen. Mit der Thematik des starken Frankens, dem stärkeren Druck auf das Lohnniveau oder weiteren Verlagerungen von Arbeitsplätzen ins Ausland werde 2015 ein anspruchsvolles Jahr, sagte Senn. «Wir möchten aber hier nicht in Schwarzmalerei verfallen. Es gibt Herausforderungen zu meistern, aber denen sind wir gewachsen.» Im Vergleich zum Ausland hätten wir eine starke Wirtschaft, eine hohe Kaufkraft und eine niedrige Arbeitslosenquote. «Als Raiffeisenbank sind wir nahe bei unseren Kunden und spüren Veränderungen schnell.»

Solides Ergebnis erzielt

Bankleiter Daniel Meier informierte die Genossenschafter über ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr der Raiffeisenbank Werdenberg. «In einer Zeit von rekordtiefen Zinsen und mit einer gewohnt vorsichtigen Kreditpolitik erzielten wir ein solides Ergebnis», sagte er. «Das Gesamtergebnis zeigt sich im Bruttogewinn, der nur rund fünf Prozent unter dem ausgezeichneten Ergebnis vom Vorjahr liegt.» Vom Bruttogewinn von 5,4 Millionen fallen rund 430 000 Franken für Abschreibungen und 890 000 Franken für Steuern an. Der Rest wird den Reserven zugewiesen. «Den Jahresgewinn weisen wir mit 500 000 Franken im Hinblick auf höhere Ausschüttungen in den Folgejahren um 25 Prozent höher aus», sagte Daniel Meier.

Der Bankleiter erwähnte auch den Zuwachs an Kundengeldern von insgesamt 2,6 Prozent. Und bei den Hypotheken wird ein Zuwachs von 1,5 Prozent ausgewiesen, bei den Ausleihungen ein solcher von 0,9 Prozent. Die Bilanzsumme liegt bei 953 Millionen, davon sind 842 Millionen Kredite und davon sind 98 Prozent hypothekarisch gedeckt.

Weissgeldstrategie umgesetzt

Im Berichtsjahr ist im weiteren die Weissgeldstrategie umgesetzt worden. Das heisst, dass Auslandkunden ihre Vermögen ordentlich deklariert haben müssen. «Die Vermögen in den Wertschriftendepots haben erwartungsgemäss vor allem vor diesem Hintergrund um rund sieben Prozent abgenommen», erwähnte Daniel Meier.

Der Substanzaufbau ist das überragende Ziel der Raiffeisenbank. Auf Ebene der Raiffeisengruppe sind die erhöhten Eigenkapitalanforderungen mehr als erfüllt. «Für unsere Bank ist das Instrument der Mehrfachzeichnung naheliegend», führte der Bankleiter in seinem Bericht weiter aus. Die bestehenden Mitglieder hätten nun die Möglichkeit, sich mit zusätzlichen Anteilscheinen am Erfolg der Bank zu beteiligen, erklärte Daniel Meier. Das Stimmrecht bleibt aber unverändert. Jedes Mitglied hat auch in Zukunft eine Stimme, unabhängig von der Anzahl Anteilscheine.

Stationäres Vertriebskonzept

Raiffeisen müsse in Sachen Digitalisierung von Dienstleistungen den Anforderungen gerecht werden, wenn man auch für die nachfolgenden Generationen die Bank sein wolle, erklärte Daniel Meier. Mit dem stationären Vertriebskonzept der sogenannten Beraterbank werde dieser Entwicklung schon seit vielen Jahren Rechnung getragen. «Durch die zunehmende Automatisierung von einfachen Transaktionen durch intelligente Automaten, den Ausbau des Electronic Bankings und durch gut entwickelte Produkte gewinnen wir mehr Zeit für Beratungen.» Bei der Digitalisierung der Dienstleistungen würde man nicht am Anfang stehen, sondern bereits mitten drin.

Daniel Meier ehrte am Schluss die einheimische Sportlerin Julie Zogg, die in dieser Hinsicht sehr viel erreicht hat. Die 22-Jährige erzählte über weitere Pläne und durfte ein Geschenk der Raiffeisenbank Werdenberg entgegennehmen.

VR-Präsident Heini Senn leitete die Generalversammlung.

VR-Präsident Heini Senn leitete die Generalversammlung.

Bankleiter Daniel Meier.

Bankleiter Daniel Meier.